Hunger (2)

Foto , CC BY-NC-ND 2.0 , by Ben Millett

Dies ist ein Beitrag aus unserer Rubrik kleinergast, in der wir alle Gastartikel veröffentlichen. Dies ist der zweite und letzte Teil dieses Beitrags, Teil 1 ist unter diesem Link zu finden. Die Autorin möchte anonym bleiben.

Triggerwarnung: Essstörungen, negatives Körperbild, Selbstverletzung

Anmerkung 1: Hilfe bei Essstörungen findet ihr u.a. über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die auch über eine anonyme Hotline schnelle Hilfe bietet, sowie über Hungrig Online e.V., die hier Krisendienste auflisten. Weitere Links für Betroffene und Angehörige findet ihr im Anschluss an den Text in einer Linkliste.

Anmerkung 2: In diesem Text werden viele Ansichten und Gedanken aus der Perspektive der Autorin während ihrer Essstörung beschrieben. Diese sind weder wissenschaftlich haltbar noch sinnvoll oder auch nur ansatzweise vernünftig, im Gegenteil, sie sind völlig irrational. Unter der Essstörung erschienen ihr diese jedoch völlig plausibel.

Leben – mit und trotz: Bulimie

Ziemlich genau neun Jahre lang hat, auf die Magersucht folgend, die Bulimie mein Leben bestimmt. Und mit “mein Leben bestimmt” meine ich: ich habe alles um diese Krankheit herum geplant. Bulimie existiert in sehr verschiedenen Ausprägungen, die häufig mit anderen Formen von Essstörungen wie Magersucht und Binge-Eating verschwimmen. Alle Formen der Bulimie ähneln sich grundsätzlich darin, dass es so genannte “Heißhungerattacken“ gibt, auf die folgend verschiedene, so genannte „gegenregulatorische Maßnahmen“, unternommen werden, um die zu sich genommenen Nahrungsmittel wieder loszuwerden – von Erbrechen, exzessivem Sport, über Hungern und Diäten bis hin zum Missbrauch von Abführ- und Brechmitteln.

Meine Bulimie hatte de facto schon während meines zweiten Klinikaufenthalts begonnen, als ich wegen einer Magersucht in Behandlung war und im Zimmer hin- und herlief, um aufgenommene Kalorien wieder “loszuwerden”. Kurz darauf hatte ich meine erste Arbeitsstelle und die Bulimie veränderte ihre Form. Nun begann eine Zeit, in der Essattacken / -anfälle sich mit Hungerphasen abwechselten.

Das Ende des Hungers ist der Anfang der nächsten Diät:
vom Teufelskreis aus Hungern und Essanfällen

Die Grundproblematik bei mir war sehr ähnlich wie bei anderen Betroffenen: ich hatte eine lange Liste “verbotener” Nahrungsmittel im Kopf – in der Regel grundsätzlich alles, was nicht kalorienarm war – und versuchte, mich möglichst nur von Obst und Gemüse zu ernähren. Irgendwann im Laufe fast jeden Tages kam der Punkt, an dem etwas in mir kippte, ein Gefühl, wie wenn sich ein Schalter im Kopf umlegt. Ab diesem Punkt konnte ich nur noch an Essen denken. Dann hatte ich einen Essanfall aus Essen und Erbrechen, den ich schon in seinem Verlauf zutiefst bereute. Darauf folgend nahm ich mir vor, dass am nächsten Tag alles besser würde, ab dem nächsten Tag würde ich abnehmen. Am nächsten Tag also aß ich möglichst wenig, um die im Verlauf des Essanfalls zu mir genommenen Kalorien “abzubauen”, nur um abends die nächste Attacke zu haben. Und so weiter, und so fort.

Dieses Verhalten ist recht typisch für Bulimie. Wie häufig Essanfälle auftreten, kann sich im Lauf der Zeit auch verändern: von mehrmals täglich bis hin zum Abstand von mehreren Wochen. Was dabei immer bleibt: das Gefühl, die Kontrolle über sich selbst und die aufgenommenen Nahrungsmengen völlig zu verlieren.

Ich verwende nachfolgend statt “Heißhungerattacke” den Begriff “Essanfall” – zum einen, da das der Begriff ist, mit dem ich in meinen Therapien gearbeitet habe. Zum anderen und insbesondere, da das Szenario für mich selten etwas von einer “Attacke” hatte, dafür war es dann zu sehr geplant, und schon gar nicht von “Heißhunger” – ein Gefühl von Hunger hatte ich zu Beginn meiner Bulimie schon seit über sechs Jahren nicht mehr verspürt. Ich kannte dieses Gefühl ganz einfach nicht mehr. Und das Bedürfnis, eine große Menge Essen aufzunehmen und zu erbrechen, hatte etwas Anfallartiges – nicht zu steuern, nicht zu kontrollieren.

Was genau ich während der Essanfälle aß und wieder erbrach, veränderte sich über die ganze Zeit nur sehr selten. In der Regel waren das alles Nahrungsmittel, die ich sonst, beispielsweise bei einem Geschäftsessen oder einem Essen mit Freund_innen, niemals gegessen hätte. Einige Beispiele: Pizza, Nudeln, Lasagne, Kartoffeln, Pudding, Schokolade, Gummibärchen, Brot mit Butter, Kartoffelsalat, süßes Gebäck, Eis, Kekse, Chips. All diese Lebensmittel habe ich für jeden Essanfall wieder neu gekauft, zwischen den Einkäufen war mein Kühlschrank leer (dass ich mir nach dem Einkaufen überhaupt die Mühe machte, etwas davon in den Kühlschrank oder die Gefriertruhe einzuräumen, kam davon abgesehen quasi nie vor). Die Kosten dafür lagen jeweils zwischen 15 und 80 Euro. Über Jahre hinweg kam ich so im Schnitt täglich auf einen Lebensmitteleinkauf in Höhe von ca. 30 Euro.

Meine Essanfälle verliefen so, dass ich aß, erbrach und weiteraß, wieder erbrach, häufig zwischen 3.000 und 5.000, manchmal auch über 10.000 Kalorien. Essen, erbrechen, weiteressen, immer wieder. Bis der Kühlschrank leer und kein Essen mehr im Haus war. Dann zwang ich mich, den letzten Rest noch zu erbrechen, so lange, bis nur noch Magensäure herauskam. Manchmal so lange, bis ich vor Erschöpfung einschlief. Bisweilen so lange, bis ich starke Magenkrämpfe bekam. Diese Essanfälle dauerten bei mir zwischen vier und achtzehn Stunden. Danach musste ich noch das benutzte Geschirr spülen, aufräumen, das Bad, besonders die Toilette, putzen, meine Kleidung ausziehen, die meist nach Essen und Erbrochenem roch. Denn ich wollte nicht am Morgen danach damit konfrontiert werden, was ich am Abend zuvor getan hatte.

Erst wenn das alles erledigt war, konnte ich ins Bett gehen. Jeden Abend fasste ich den Vorsatz, dass dies das letzte Mal war. Das wirklich allerletzte Mal. Dass ich das nie wieder tun würde, dass ich einfach normal essen würde, ab dem nächsten Morgen. Je weiter der Essanfall fortschritt, nur noch getragen von einem lakonischen “jetzt ist eh alles zu spät, jetzt ist es auch egal”, umso stärker wurde dieser Gedanke ans Aufhören.

Weggehen und die Essstörung mitnehmen:
Leben als Bulimikerin

Ich war inzwischen in Vollzeit berufstätig. Jeden Morgen um 7 Uhr ging ich aus dem Haus, um kurz vor 8 fing ich an, zu arbeiten. Ich arbeitete, manchmal 10, häufig 12 Stunden. Ich machte keine Pause, den Tag über aß ich in der Regel nichts. Gegen 21 Uhr kam ich wieder zuhause an. Dort ging ich noch in den Supermarkt, der bis 22 Uhr geöffnet hatte, und kaufte ein. Schon im Auto, auf der Fahrt zu meiner Wohnung, fing ich an zu essen, trug die Einkäufe nach oben und aß dort weiter. Nebenbei schaute ich irgendetwas im Fernsehen an, es interessierte mich nicht, wichtig war nur, dass da Geräusche waren und ich auf ein Bild sehen konnte, während ich wie mechanisch aß. Zwischendurch erbrach ich mich ungefähr alle 10 Minuten, aß weiter, erbrach wieder, putzte danach noch und räumte auf. Es war meist 2 oder 3 Uhr, bis ich ins Bett ging.

Am nächsten Morgen stand ich wieder um 6 Uhr auf. Meist erwachte ich mit Magenkrämpfen. Ich duschte, zog mich an, ging zur Arbeit, aß den Tag über wieder nichts, da mein Bauch so wehtat und hatte abends einen Essanfall. An den Wochenenden meist dasselbe, nur ohne dass ich noch zur Arbeit gehen musste. Aufstehen, essen, erbrechen, essen, erbrechen, schlafen. Irgendwann hatte sich all das eingespielt und es gab kaum noch Tage “ohne”. Selbst wenn ich spät nach Hause kam, selbst wenn ich es nicht hatte vermeiden können, tagsüber zu essen (meist aufgrund von Geschäftsessen) – die Essanfälle abends fanden fast immer statt. Ich wechselte die Wohnungen, die Städte, die Berufe, egal wohin ich ging, die Essstörung nahm ich mit.

Während ich nach außen hin mein Leben scheinbar völlig im Griff hatte, war meine einzige Möglichkeit, diesen Schein zu wahren, mich jeden Abend in das Essen und Erbrechen zu flüchten.

Mensch mit Essstörung trifft andere Menschen:
vom Zusammenleben und gemeinsamen Essen

Das Perfide an dieser Essstörung ist, dass sie sich so gut verbergen lässt: in den Jahren, in denen ich Bulimie hatte, hatte ich meist in nach BMI-Werten so genanntes „Normalgewicht“ (zur Kritik am BMI als Indikator für „Normalität“ hier), zeitweise auch 10 bis 15 Kilo „Übergewicht“. Zwar wurde ich manchmal im Supermarkt angesprochen, wenn ich wieder einmal einkaufte. Deshalb ging ich täglich in einen anderen Supermarkt, um nicht aufzufallen, wenn ich schon wieder (wie auch am Tag zuvor) eine Essensmenge kaufte, mit der man eine ganze Familie eine Woche lang ernähren könnte. “Na da hat aber jemand Hunger!” und “Oh, Sie erwarten Besuch?” und nie hatte ich die passende Reaktion auf der Zunge. Aber im Gegensatz zu der Zeit als Magersüchtige wurde ich nun nicht mehr mit hochgezogenen Augenbrauen gemustert oder auf mein Gewicht angesprochen. Ich machte meine Arbeit, ich hatte ein paar Freund_innen, ich lebte sogar einige Jahre lang in WGs, ich hatte Beziehungen und Affären und da war nie jemand, der_die irgendetwas merkte. Irgendwann entwickelte ich auch so meine Tricks: die Waschmaschine lief eben ein bisschen häufiger, das Geschirr war häufig frisch gespült, die Küche und das Bad waren eben täglich säuberlich geputzt, der Kühlschrank dafür eben immer leer. Für das alles ließ sich immer eine Erklärung finden. Essstörungen sind eine Krankheit, die hinter verschlossenen Türen stattfindet.

Aber Essenseinladungen, Geschäftsessen oder Mahlzeiten mit Freund_innen waren für mich häufig der blanke Horror. Sie brachten meinen “Diätplan” durcheinander. Manchmal, an schlechten Tagen, versuchte ich, in Restaurants zu essen und dann zu erbrechen – in der Regel erfolglos. An guten Tagen konnten solche Essensverabredungen kleine Fluchten sein: wenn ich wusste, dass ich mit Menschen, die ich mochte, ein wenig Zeit verbringen würde und keine Chance haben würde, zu erbrechen, konnte ich mich bisweilen für wenige Stunden etwas entspannen. Dieser permanente Druck, unter dem ich stand, machte dann ein bisschen Pause. Ich war zeitweise beruflich viel unterwegs und versuchte, mich “normal” zu ernähren (“normal”, was ist das schon?), zumindest theoretisch wusste ich ja, wie das ging. Doch das erste, was ich tat, wenn ich wieder zuhause ankam, war einkaufen, essen … nun ja.

Beziehungen führte ich nur sehr sporadisch (und immer sehr kurz). Mein Verhältnis zu mir selbst lag brach, in einer Achterbahn zwischen permanenter Selbstaufgabe und täglichem Phönix-aus-der-Asche. Selbstbewusstsein hatte ich schon lange keines mehr, meinen Körper zu sehen konnte ich nicht ertragen, deshalb gibt es aus der ganzen Zeit fast keine Fotos von mir. Sex war irgendwie okay, ich fand es gut, körperlich begehrt zu werden, es gab Menschen, bei denen ich mich dabei fallen lassen konnte, was mir sehr gut tat. Und doch hielt die Gewissheit darum, dass es offenbar doch etwas geben musste, was andere an mir gut fanden, nie sonderlich lange vor.

Inzwischen habe ich mit drei Menschen gesprochen, die mich sehr lange kennen, darunter meine besten Freund_innen und eine Person, mit der ich vor einiger Zeit über zwei Jahre lang zusammen war. Sie alle fielen aus allen Wolken, als ich ihnen von der Bulimie und den Essanfällen erzählte. Keine_r von ihnen hatte je etwas gemerkt. Und, ganz ehrlich: im Nachhinein war ich darüber einerseits sehr froh. Ich hatte jeden Tag wahnsinnig Angst, „aufzufliegen“, mit meiner Krankheit wahrgenommen zu werden. Ich hätte mich so sehr geschämt. Andererseits, wer weiß: vielleicht hätte es dafür gesorgt, dass alles früher aufgehört hätte, wenn ich die Kraft gefunden hätte, mich jemandem anzuvertrauen, der_die mir etwas bedeutet.

“Ich kenn’ mich, ich komme zurecht!”
oder Sisyphos, mein Freund: vom Aufhören

Oh ja. Was habe ich versucht, aufzuhören. Immer und immer wieder. Eigentlich habe ich jeden Tag aufgehört – und jeden Tag neu angefangen. Jeden Morgen bin ich aufgestanden mit der Zuversicht, dass alles besser wird. Jeden Abend bin ich ins Bett gegangen mit dem Gefühl, eine Versagerin zu sein. Ich habe einen enormen Selbsthass entwickelt, eine große Verzweiflung, weil ich immer wieder gescheitert bin.

Und was habe ich Strategien ausprobiert: Esstagebücher, Tagebücher im Allgemeinen, Stimmungskurven, regelmäßige Mahlzeiten, leichte Bewegung, gar kein Essen zuhause haben, nur noch auswärts essen. Und natürlich “auf meinen Körper hören” (so nannten es die Therapeut_innen – alles, was ich hörte, wenn ich in mich hinein hörte, war nichts als ein gluckernder Magen). Und was habe ich Therapien gemacht. Neben den drei stationären Therapien sind es inzwischen gut mehrere ambulante und zwei online-basierte Therapien in den vergangenen 15 Jahren. Nicht alle konnte ich zu Ende führen, teils, weil ich berufsbedingt umziehen musste, teils, weil sich die Zusammenarbeit mit den Therapeut_innen als nicht zielführend gestaltete; teilweise auch, wenn ich Therapien privat bezahlte und sie mir nicht mehr leisten konnte.

Wer jemals eine_n Psychotherapeut_in gesucht hat, weiß, wie zermürbend das sein kann. Regelmäßig durchlebte ich den immer selben Kreislauf: von der Verweigerung (“ich kenn’ mich, ich komme zurecht!”), die Erkenntnis (“ok, ich komme ÜBERHAUPT NICHT zurecht”) bis zum Gespräch mit einer_einem Allgemeinmediziner_in, der_die erst einmal wieder die gesamte Geschichte hören wollten, die Ausstellung einer Überweisung und dann die große Therapeut_innensuche: Therapeut_innenverzeichnisse wälzen, beim Kassenärztlichen Dienst nach verfügbaren Therapeut_innen fragen, Listen abtelefonieren, “wir haben leider keine Kapazitäten mehr, versuchen Sie es doch woanders”. Den Mut zusammenfalten und in die Ecke stellen. Ein paar Tage später wieder aus der Ecke holen, einen neuen Anlauf wagen. Erstgespräche vereinbaren. Bei drei von fünf Therapeut_innen sofort sicher sein, dass das nichts wird. Eine Therapie beginnen. Warten auf die Bewilligung durch die Krankenkasse. Die Bewilligung kommt nicht. Dann kommt doch etwas: der Ablehnungsbescheid. Nicht entmutigen lassen. Irgendwann, Monate später, die Bewilligung erhalten. In der Zwischenzeit immer wieder essen, erbrechen. Einmal die Woche morgens um 5 aufstehen, da die Therapeutin nur um 7 Uhr morgens noch einen Termin frei hat und am anderen Ende der Stadt wohnt. … und so weiter und so fort.

Astronautennahrung ist keine Lösung

Das Hauptproblem bei einer Essstörung ist ja, dass man nicht einfach das Essen weglassen kann (von Therapeut_innen auch gerne angeführt als “der Unterschied zum Alkoholismus”). Ob man will oder nicht: man muss langfristig einen gesunden, oder wenigstens erträglichen, Umgang damit finden. Zunächst habe ich also einige Verhaltenstherapien gemacht, die alle zu nichts führten außer dazu, dass ich mich noch schlechter fühlte. Danach war ich lange in einer Mailingliste für Essgestörte, die mich psychisch nur noch mehr runterzog. Danach habe ich im Rahmen einer Studie an einer gesprächsbegleiteten Online-Therapie teilgenommen, für die ich mehrfach zu vor-Ort-Terminen durch ganz Deutschland gefahren bin.

Inzwischen hatte ich so weit resigniert, dass ich davon ausging, nie wieder gesund zu werden. Also wollte ich wenigstens der Wissenschaft nützlich sein, in der Hoffnung, dass dies irgendwann anderen Betroffenen helfen würde. Danach also eine weitere Studie, diesmal zum Thema Körperbild. Bei Essstörungen ist häufig das Körperbild verändert (eine so genannte „rechtshemisphärische Störung“), was sich besonders darin äußert, dass Betroffene ihre eigenen Körperdimensionen überschätzen und negative Gedanken und Gefühle hinsichtlich des eigenen Körpers entwickeln und manifestieren (mehr dazu hier). Danach wusste ich immerhin: jawohl, das ist bei mir so. Das Perfide daran ist, dass ich bis dahin immer so stolz darauf war, dass ich so einen guten Blick hatte, für Dimensionen, Menschen, Entfernungen. Und nun wusste ich, dass ich meinem Blick, zumindest dem auf mich selbst, nicht trauen konnte und kann.

Es folgten Gespräche mit meinem Hausarzt und einem Psychiater und die Überweisung in eine Klinik. Symptome: schwere Depressionen, Essstörung. In der Klinik wurde beschlossen, zunächst die Depressionen anzugehen, damit ich überhaupt wieder in der Lage wäre, mich mit der Essstörung auseinanderzusetzen. Drei Monate Behandlung, Entlassung. Die Depressionen hatte ich halbwegs im Griff, die Essstörung war geblieben. An die Klinik anschließend erstmals eine tiefenpsychologische Therapie. Dann zog ich in eine neue Stadt, probierte dort erst einmal wieder, ohne Therapie klarzukommen, scheiterte binnen einer Woche und landete dann bei einer Therapeutin, die nach Sitzung Nummer fünf als “mit meiner Gesamtsituation überfordert” die weitere Behandlung verweigerte und mir “alles Gute, auch beruflich” wünschte. Wieder einige Monate Pause. Depressionen. Der Versuch, mich selbst in eine Klinik einzuweisen, gescheitert wegen Überbelegung. Gespräch mit der Leiterin einer Fachklinik, die mir mehrere Anlaufstellen empfahl, unter anderem eine Ernährungsexpertin. Dann, erstmals in meiner Laufbahn als Essgestörte, eine Ernährungsberatung. Dann wieder lange nichts, schließlich Gefühl überwältigender Aussichts- und Hilflosigkeit. Ich schüttete meinem Hausarzt mein Herz aus und er überwies mich zum Psychiater. Der hörte sich alles an, erklärte, ich solle mich „mal zusammenreißen“ und schrieb mir ein Medikament auf, in einer Dosis, die ich nach ein bis zwei Wochen erhöhen sollte.

Daraufhin folgten…

Die vier besten Wochen, die ich jemals hatte

(Zumindest empfand ich das damals so.) Es ging mir gut. Es ging mir so verdammt gut. Ich dachte nicht ans Essen, ich hatte Zeit, ich fühlte mich so frei. Nach vier Wochen plötzlich der Einbruch: die Essanfälle begannen wieder. Zurück beim Psychiater dann die große Enttäuschung: ich hatte mit dem Medikament bereits die Maximaldosis erreicht. Er wusste keinen Rat. Ich auch nicht. Ein weiteres Jahr voller Essanfälle ging ins Land. Ich begann zum x-ten Mal mit Self-Tracking und notierte diesmal statt im Notizbuch direkt in einer App jeden “guten” (ergo Essanfall-freien) Tag. Inzwischen war ich bei einem recht konstanten Level von meist 5 Essanfällen pro Woche angelangt. Manchmal hielt ich sogar ein paar Tage “ohne” am Stück durch. Doch dann wurde der Druck, den ich innerlich verspürte, wieder so stark, dass alle guten Vorsätze erneut in sich zusammenbrachen, und ich wieder das Gefühl hatte, alledem willenlos ausgeliefert zu sein.

Doch, egal was ich tat, jeden Tag gab es einen Punkt, ab dem meine körperliche Verfassung und visuelle Wahrnehmung merklich kippten: mein Herz begann zu rasen, meine Hände zitterten, mein Blickfeld verengte sich, die Ränder wurden unscharf, ab dann konnte ich an nichts anderes mehr denken als an den nächsten Essanfall.

Unwiederbringlich: von Scham und Schmerz

Wenn ich schon alles, was ich da tat, sehr schlimm fand und nicht begreifen konnte, warum ich es tat – über alledem überwog doch die Scham. Wäre die Scham nicht, wäre da nicht die Angst, dafür be- und verurteilt zu werden, ich würde diesen Artikel nicht anonym veröffentlichen. Bis heute schäme ich mich so sehr für diese Krankheit. Ich habe Menschen belogen, wenn ich sagte, ich sei müde und wolle deshalb nicht mit ihnen ausgehen. Wenn ich stattdessen nach Hause ging, um die ganze Nacht lang zu essen und mich zu erbrechen. Ich habe mich selbst belogen, immer wieder, wenn ich dachte, ich käme schon klar, ich würde das schaffen. Ich habe alles Geld ausgegeben, was ich jemals hatte, ich habe hart erarbeitete Ersparnisse restlos aufgebraucht und buchstäblich in der Toilette heruntergespült und ich habe Schulden gemacht.

Einerseits weiß ich, dass all das Nachdenken nichts bringt – dass ich nunmal eine Krankheit hatte (genauer: habe), für die es verschiedene Ursachen gibt. Dass es sinnlos ist, mir Vorwürfe zu machen, dass die Dinge nunmal so geschehen sind und es nur hilft, wenn ich nach vorne schaue. Wenn ich eines gelernt habe in dieser Zeit, dann, immer wieder neu anzufangen, nach vorne zu schauen, egal wie viele Rückschläge ich erlebt habe. Doch, ganz ehrlich: wenn ich ganz lange darüber nachdenke, was ich getan habe, überwältigt es mich bisweilen. Und dann wünschte ich mir so sehr, ich könnte es ungeschehen machen. Was dann bleibt, ist der Schmerz. Besonders wenn ich, wie für diesen Text, lange über die vergangenen 15 Jahre nachdenke. Schmerz und Trauer wegen all der verlorenen Zeit. Das verschwendete Geld, ja, das tut auch weh. Doch die Zeit ist das, was unwiederbringlich verloren ist: die Zeit, die ich jeden Tag damit verbracht habe, über Essen nachzudenken oder Essanfälle zu haben. Ich weiß, dass sie nicht verschenkt war, und dass ich womöglich mehr gelernt habe, als ich es sonst in der Zeit hätte. Doch, ja, es ist bitter. Sehr, sehr bitter.

Abrechnung: Essstörung in Zahlen

Mit der Scham einher ging etwas anderes. Etwas, was ich wohl nur als Realitätsverweigerung bezeichnen kann. Ich habe mich lange geweigert, mich damit auseinanderzusetzen, was diese Krankheit mit mir und meinem Körper gemacht hat. In den vergangenen 15 Jahren habe ich 40 Kilogramm ab-, und schließlich wieder über 50 Kilogramm zugenommen. Ich habe Dehnungsstreifen an Bauch und Oberschenkeln. Mein Hunger-/Sättigungsgefühl ist immer noch gestört und ich habe die für Bulimiker_innen berühmten „Hamsterbacken„. Ich habe keine Ahnung, wie mein Gesicht ohne die Essstörung aussehen könnte, oder wie mein Körper ohne die Essstörung sein und sich anfühlen könnte. Seit meine langen Haare in der Zeit der Magersucht bis auf wenige Strähnen ausfielen, habe ich immer wieder büschelweisen Haarausfall. Erholt hat sich das bis heute nicht. Ich hatte fast ein Jahr lang keine Menstruationsblutung. Durch das tägliche Erbrechen ist mein Zahnfleisch stark zurückgegangen, die Hälse einiger Zähne liegen fast vollständig frei. Meine Zähne selbst sind so geschädigt, dass ich praktisch keinen kariesfreien Zahn hatte / habe.

Wie angedeutet, haben die Esstörungen riesige Krater in meinen Geldbeutel gerissen. Die Kosten eines Essanfalls lagen zwischen 15 und 80 Euro. Über all die Jahre hat allein die Bulimie mich so über 60.000 Euro gekostet – Kosten für von der Krankenkasse nicht bezahlte Therapien, Teilnahme an Studien, Bücher, Medikamente und Zahnarztbehandlungen nicht eingerechnet. Das ließ sich nur finanzieren, da ich etwas Erspartes, eine kleine Erbschaft und Jobs hatte, von denen ich nichts anderes als Essen bezahlt habe, die meiste Zeit meines bisherigen Erwachsenenlebens hatte ich mindestens zwei, häufig drei Jobs. Und doch, de facto hatte ich nie Geld für etwas anderes außer Essen. Ich habe Schulden gemacht. Und bis heute habe ich kein Geld. Es wird noch lange Zeit dauern, bis ich mich finanziell davon erholt habe.

Wie lange es dauern wird, bis mein Körper sich erholt hat, weiß ich nicht. Manches wird verschwinden, anderes wird für immer bleiben.

Raus aus dem Teufelskreis: was half

Ein erster Schritt für mich war die oben erwähnte tiefenpsychologische Therapie vor einigen Jahren, in der ich mich erstmals seit sehr, sehr langer Zeit als Mensch angenommen fühlte. Der Therapeut half mir, einige Traumata aufzuarbeiten, aber vor allem sorgte er dafür, dass ich bei ihm (auch im Unterschied zu anderen Therapien) erstmals nicht mehr das Gefühl großer Schuld und Unfähigkeit hatte – Schuld daran, dass ich meine Essstörungen nicht loswurde und dass ich kein normales Leben fühlen konnte. Dies war eine unglaubliche Befreiung. Das Gefühl hielt zwar nicht lange an, auch da ich die Therapie berufsbedingt leider nicht zu Ende führen konnte, doch sie war eine sehr gute Erfahrung.

Dann hatte ich da einen Menschen, der mich seit vielen Jahren kennt und dem ich mich vor knapp zwei Jahren einmal anvertraut habe. Der seitdem immer für mich da war, ohne mich auf meine Essstörung zu reduzieren, dem ich schreiben konnte “hatte einen schlechten Tag” und der dann schon wusste, was los war. Dem ich erzählen konnte, wenn ich gerade einmal wieder nicht ein und aus wusste, mit dem ich aber auch über irgendetwas reden konnte, wenn ich keine Lust hatte, an Essen und Störungen zu denken. Das Wissen um seine Unterstützung war mir eine große Hilfe.

Vieles hat sich geändert, besonders im letzten, wohl entscheidenden Jahr. Es fing an damit, dass ich einige Dinge änderte: einen Job aufhörte und einen neuen begann, meine Wohnung umbaute und neu sortierte und vor allem viel redete, mit Menschen, die mir nahestehen. In diesen Gesprächen habe ich sehr viel gelernt. Ich lernte, meine Bedürfnisse zu erkennen, zu verstehen und zu artikulieren. Ich lernte, mich abzugrenzen, nein zu sagen, mich nicht mehr Situationen und Umständen auszusetzen, die mir nicht gut taten. Aber vor allem lernte ich auch, was mich ausmacht. Ich entwickelte endlich einmal ein Bewusstsein und ein Gefühl für mich selbst, dafür, wer ich bin und was ich brauche. Ich fing an, mich, meine Gefühle und Bedürfnisse anzunehmen (ja, “fing an”, ich bin noch lange nicht fertig damit und werde es womöglich auch nie sein). Eigentlich habe ich in diesem, dem vergangenen, Jahr angefangen, mich neu zu definieren.

Vom Wagen

Neben alledem habe ich noch etwas gewagt, was mir bis dahin nie gelungen war: ich habe angefangen, regelmäßig zu essen. Mehrere Mahlzeiten, über den Tag verteilt. Und ich habe versucht, keine davon auszulassen. Ich habe parallel dazu meine Ernährung umgestellt, da ich festgestellt habe, dass ein starkes Ansteigen und Absinken meines Blutzuckerspiegels bei mir die Essanfälle schneller triggert. Um für mich zu beobachten, wie gut das klappt, habe ich eine To do-Listen-App benutzt. Mir war wichtig, nicht einzutragen, was genau ich esse, um nicht wieder mit Kalorienzählen anzufangen. Ich habe nur für jede Mahlzeit ein “done” eingetragen und für jeden Tag, der ein “guter Tag” ohne Essanfälle war, kam ein “<3” in die App. Und so konnte ich mit der Zeit beobachten, wie die Essanfälle zurückgingen, erst in der Intensität, dann in der Häufigkeit, bis sie schließlich ganz ausblieben. Das war für mich sehr wichtig, da es eine positive Rückmeldung auf meine Entwicklung brachte und ich ein Ziel hatte, an dem ich dranbleiben konnte. Klar, es gab auch Wochen, wo drei Tage hintereinander alles super lief und ich dann wieder einen Einbruch hatte. Ich bin immer noch sicher, dass das hilfreich war. Aber dass die Ernährungsumstellung und das Self-Tracking nur in Kombination mit allem anderen zu meinem Ziel führten.

Im Sommer letzten Jahres schließlich ging ich noch einmal zum oben erwähnten Psychiater, weil ich trotz alledem wieder einmal nicht weiter wusste. Er dachte nach und verschrieb mir ein anderes Medikament. Das nahm ich 14 Tage lang regelmäßig, dann fuhr ich weg und vergaß, es mitzunehmen, kam zurück und vergaß es wieder und fühlte mich auf einmal stabil. Und plötzlich blieb das einfach so.

Ich hatte so oft den Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr konnte. Einige Jahre lang hatte ich zusätzlich zu der Essstörung schwere Depressionen. Richtig schlecht ging es mir ziemlich oft – ich kann also nicht sagen, dass meine aktuelle Besserung mit dem Gefühl zusammenhinge, dass ich etwas verändern muss. Das Gefühl hatte ich dafür in dieser Zeit viel zu oft. :)

Der Anfang vom Ende

Sehr früh schon ging es bei meiner Essstörung überhaupt nicht mehr ums Dünnsein. Augenscheinlich zwar schon – doch in Wahrheit ging es vor allem darum, wer ich war, wie ich war, was mich ausmachte. Wie ich mein Verhältnis zu mir und zu anderen definierte, was ich brauchte und was nicht. Der Versuch, dünn zu sein, war eigentlich ein Ablenkungsmanöver, das all diese Fragen überdeckte. Ich war so sehr damit beschäftigt, dünner zu werden, dass ich keine Zeit und Energie hatte, mich mit den wirklich wichtigen Themen auseinanderzusetzen.

Ich habe mich immer so darauf gefreut, ihn irgendwann zu kennen, den letzten Tag, an dem ich erbrochen habe. Es war ein Tag im Spätherbst, ein ganz normaler Sonntag, an den ich mich nicht einmal mehr genau erinnern kann. Die seltsame und doch womöglich logische Pointe: eigentlich hatte ich mir gar nicht mehr vorgenommen, aufzuhören. Ich hatte es schon so oft versucht, ich war so lange jeden Tag aufgestanden mit dem Vorsatz, dass ab heute alles gut, besser oder wenigstens anders werden würde und ich war so oft gescheitert.

Und nun?

Vor wenigen Tagen war der 136. aufeinander folgende Tag, an dem ich nicht erbrochen habe. Es ist das erste Mal seit 15 Jahren, dass ich über einen so langen Zeitraum “einfach“ gegessen habe (“einfach”, haha).

Ich weiß sehr, sehr gut, dass all das fragil ist. Die längsten Zeiträume, über die ich es bislang geschafft habe, “einfach” zu essen, waren zuvor drei Mal über jeweils maximal eineinhalb Monate. In all der Zeit. Ich weiß, dass jederzeit ein Rückfall kommen kann, dass das immer mein wunder Punkt bleiben wird. Ebenso, dass es keine „Heilung” gibt wie bei einem gebrochenen Arm, der irgendwann wieder ganz ist. Doch nach all der Zeit, nach all den Therapien, all den Rückschlägen und all dem “jetzt erst recht” weiß ich, wer ich bin und was ich brauche. Und vor allem weiß ich, dass ich mich vielleicht ab und zu unterkriegen, aber mich nicht umhauen lasse. Ich habe über 3 Monate lang an diesem Text geschrieben. Ich habe sehr lange damit gehadert und noch länger damit, ihn zu veröffentlichen. Das Schreiben daran war schmerzhaft und mitunter sehr, sehr bitter.

Inzwischen weiß ich, dass der Kampf jetzt erst so richtig weitergeht. Es ist nichts leichter geworden, es ist nur anders. Nicht mehr erbrechen zu “müssen”, hat einerseits viel Druck und eine große Last von mir genommen. Und doch: ich hadere immer noch mit mir, mit meinem Körper und meinen Emotionen. Jetzt, wo ich aufgehört habe, sie unter tausenden von Kalorien zu begraben, liegen sie frei. Ich bin schutzloser, auf meine Weise, verwundbarer. Und doch freier als je zuvor.

Ich bin noch lange nicht da, wo ich einmal sein will. An manchen Tagen fällt mir das Essen immer noch schwer, dann tigere ich um meinen (inzwischen halbwegs “normal” befüllten) Kühlschrank herum wie ein waidwundes Tier. Manchmal denke ich immer noch darüber nach, wie es wäre, dünner zu sein. Manchmal würde ich immer noch sehr viel dafür geben, 10 Kilo abzunehmen. Aber, hey – wenigstens weiß ich inzwischen eines: ich habe auch mit 10 Kilo weniger immer noch X-Beine. Auch mit 10 Kilo weniger habe ich immer noch ein rundes Gesicht. Aber das Wichtigste, was ich gelernt habe, ist: ich werde nicht glücklicher, nur weil eine Waage eine andere Zahl anzeigt.

In meiner Erinnerung gibt es fast ausschließlich Tage, von denen ich weiß, dass ich an ihnen mit dem Essen gehadert habe. Es ist an der Zeit, diesen Tagen neue Tage hinzuzufügen.

Linkliste

Triggerwarnung für alle verlinkten Inhalte: negatives Körperbild, Essstörungen

Für Betroffene
Krisendienste
Anlaufstellen – eine Übersicht
Mailingliste für Betroffene
Liste virtueller Selbsthilfegruppen
Kliniken, Beratungsstellen, Selbsthilfe- und Wohngruppen bei Hungrig-Online und beim Bundesfachverband Essstörungen
Verzeichnis der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für die Arztsuche in Deutschland (auch Psychotherapeut_innen)
Bulimie-Selbsthilfeprogramm “Salut”: hier oder hier
ANAD: therapeutische Wohngruppen
Informationen zu Essstörungen von der BZgA
Dick & Dünn e.V.: Berliner Beratungszentrum bei Essstörungen

Für Angehörige & Andere
Was kann ich als Angehörige_r tun?
Mailingliste für Angehörige
Magersucht aus Sicht der Mutter einer Betroffenen
Informationen für Lehr- und Mittlerkräfte

Allgemein
Ein Interview mit Laurie Penny, u.a. über Essstörungen
Interview mit der Psychoanalytikerin und Autorin („Why Fat is a Feminist Issue“, 1978) Susie Orbach: „Der Körper als Selbstzweck“
Bryony Gordon für „The Telegraph“: „Why Fat is still a Feminist Issue“ (Englisch)
Essstörungen im feministischen Kontext – ein Interview: „Essen wird als Feind wahrgenommen“

14 Antworten zu “Hunger (2)”

  1. Gast sagt:

    Vielen Dank für Deinen Text. Dass Du ihn schreiben konntest, zeigt wie stark Du bist! Lass Dich nicht unterkriegen und gibt – egal was noch passieren möge – weiter niemals auf.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute.

  2. Gast sagt:

    Danke für deine Ehrlichkeit und dein Stark-sein! Ich habe Gänsehaut bekommen und verspüre eine Mischung aus Traurigkeit, Freude und Inspiration. Dein Text hat mich zutiefst berührt.

  3. Lisa sagt:

    Danke für diesen wunderbaren, mutigen Text.
    Ich wünsche dir alles Gute und ganz viel Kraft für deinen weiteren Weg

  4. Lena sagt:

    Liebe Autorin,
    auch von mir vielen Dank für diesen Artikel, er hat mich sehr berührt.
    Danke! und Alles Gute =)

  5. Julia Seeliger sagt:

    Trotz Therapie die externen Faktoren nicht analysiert? Versteh ich nicht.

    • julianeleopold sagt:

      Finde den Ton nicht angebracht. Die Autorin ist dir als Erkrankte nicht schuldig, dass du ihren Weg zur Besserung und ihre Schilderung dessen hier verstehst.

      • Julia Seeliger sagt:

        Nun ja. Als ehemalige Betroffene ist es mir unlieb, wenn Hintergründe im Dunkeln bleiben. Mich würde ja interessieren, woran es bei der Gastautorin lag. An den Medien? Am Patriarchat? Am Familiensystem?

  6. Ehrlichgesagt sagt:

    Danke, dass du diesen Text geschrieben hast – für dich und für uns. Er hat mich sehr berührt. Du sprichst darin vieles an, was ich auch aus meinem eigenen jahrelangen therapeutischen Prozess kenne, andererseits schilderst du eine Krankheit, über die ich bisher wenig wusste und in die ich mich jetzt (hoffentlich) ein bisschen besser hineinfühlen kann.

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

  7. talinee sagt:

    Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast.

  8. Anton sagt:

    Danke für Deinen offenen Text und weiterhin ALLES GUTE!

  9. Rabiiii sagt:

    Hallo :-)

    Erstmal: Mir gefällt deine Schreibweise!

    Ich weiß, der Text ist schon älter, aber dennoch würde ich dir gerne einen Kommentar hinterlassen.

    Dein Text hat mich sehr beeindruckt und man merkt, dass du viel über dich und diese Krankheit(en) gelernt hast.
    Ich wünsche dir, dass weder die Anorexie, noch die Bulimie jemals wieder ausbricht!
    Das wünsche ich dir wirklich vom ganzen Herzen!

    Ich leide ebenfalls an Bulimie mit anorektischen Phasen und habe mich sehr lange gefragt, ‚was mit mir nicht stimmt‘, dass ich immer und immer wieder so unglaublich viel (fr)esse und dafür sogar straffällig werde.
    Die Bulimie begleitet mich nun schon seit 5J (ich bin 20J) und – so sehr ich sie auch ‚loswerden‘ will, – irgendwas hält mich ab. Vielleicht ist es die Gewohnheit, vielleicht aber auch die Angst, mich mit dem wirklichen Problemen auseinanderzusetzen.
    Dein Text hat mir einige Fragen beantwortet, die ich mir seit Jahren stelle und hat mich ermutigt, das Problem endlich mal anzugehen.

    Ich denke, ich bin nicht die einzige, die du mit dem Teilen deiner Geschichte irgendwo unterstützt und ermutigt hast.

    Ich wünsche dir alles, alles Gute & hoffe, dir geht’s gut :-)