Konsequenzen

Foto , CC BY-NC , by chrisgold

Dies ist ein Beitrag aus unserer Rubrik kleinergast, in der wir alle Gastartikel veröffentlichen. Dieses Mal kommt er von Anna.

Anna lebt schon ihr ganzes nun 25 Jahre andauerndes Leben in Nürnberg und
studiert in Erlangen klassische Philologie (Altgriechisch und Latein) auf Master, womit sie fast fertig ist. Mit ihrer Mutter macht sie Bauchtanz, mit ihrem Vater geht sie Tauchen. Ihre größte Angst ist es, von einem Krankenwagen überfahren zu werden und Eichhörnchen sind ihr unsympatisch.

Sexistische Beleidigungen wie „Zicke“ oder „Kratzbürste“ sind schwer zu ignorieren. Noch schwieriger wird es aber, wenn zur Beleidigung noch kommt, den Job zu verlieren. So ging es mir.

Neben dem Studium jobbte ich an den Wochenenden in der Gastronomie. Um genau zu sein, in der gehobenen Gastronomie. Das hatte zwar Vorteile wie eine etwas bessere Bezahlung, anständigere Gäste gehörten aber nicht unbedingt dazu. Folgende Situation trug sich dort zu: Meine Chefin, ich und eine ihrer alten Schulfreundinnen, deren Tochter auch im Restaurant arbeitete, saßen gerade bei unserer Pause. Wir wollten uns ein bisschen ausruhen, bevor das Abendgeschäft anfangen sollte. Da kam Fritz (Name von der Verf. geändert, Anm. der Red.). Fritz war nicht nur ein Stammgast mit einem eigenen –günstigeren – Getränkepreis, sondern auch ein langjähriger Freund der Familie der Chefin.

Meine Chefin fing schließlich an, von Lisa (Name von der Verf. geändert, Anm. d. Red.), der 20-jährigen Kollegin im Service zu erzählen: ein anderer Stammgast, der mit etwas über 60 schon der Rente entgegenblickt, habe ihr eine größere Summe Geld und die Übernahme ihrer monatlichen Mietzahlungen angeboten, wenn sie eine Nacht mit ihm verbrächte. Das Angebot unterbreitete er ihr in der Öffentlichkeit des gut besuchten Gastraumes.

Männer ohne Respekt und eine Chefin ohne Mut

Ich hätte erwartet und mir gewünscht, dass sich meine Chefin nun wahnsinnig über diesen Kerl aufregen würde, denn was das Anmachen von Bedienungen, besonders meiner Kollegin, betraf, war er kein unbeschriebenes Blatt. Lisa hatte schon einmal seine Handynummer auf einen Zettel in ihrem Rechnungsmäppchen gefunden, wurde mit Küsschen oder – auch das war schon passiert – mit einem festen Griff von hinten an die Brüste begrüßt.

Ich hatte hingegen „Glück“: Nachdem ich den Typen einmal darauf hingewiesen hatte, dass ich nicht von ihm angefasst werden möchte, blieb es bei mir nur bei dummen Sprüchen wie „Hallo Anna! Kann man dich immer noch von vorne wie von hinten….lesen?“ Weder Lisa noch ich hatten bei diesem Typ eine Chance, Grenzen klarzumachen, ohne uns beschimpfen lassen zu müssen. Mir wurde damals klar, dass freundlich bleiben und lächeln leider immer noch die Devise ist, nach der junge Frauen erzogen werden. Diese Lektion haben wir verinnerlicht, auch wenn sie uns schadet.

Ich hatte die Chefin schon häufiger gebeten, den besagten Gast aufzufordern seine Anmachen zu unterlassen. Ihr Antwort darauf war aber immer nur: „Kann ich nicht, ich brauch’ meine Gäste. Auch den. Wenn ich ihm das verbiete, kommt der nicht mehr. Und Gerede gibt es dann auch.“ Dass andere Gäste sich schon über diesen Mann beschwert hatten, interessierte sie nicht. So war es auch an diesem Nachmittag: Nicht auf den unverschämten Grabscher-Gast schimpfte sie, sondern auf meine Kollegin: Lisa würde noch den Ruf ihres Restaurant ruinieren. „Das kann sie doch nicht machen! Ich habe hier doch kein Bordell!“

Aber was hatte Lisa denn angeblich gemacht? Die Anmachen waren doch gar nicht von ihr ausgegangen. Doch es kam noch absurder: Stammgast Fritz nahm die Schilderung meiner Chefin zum Anlass vorzuschlagen, dass Lisa doch als Prostituierte arbeiten solle. Darin sei sie bestimmt gut und eine Menge Geld gäbe es auch. Wie ich nach Jahren der Bekanntschaft mit Fritz sicher sagen kann, ist Fritz zu schlicht, als dass diese Aussage Ironie hätte sein können. Er vertrat weiter die Überzeugung, dass Lisa als Prostituierte arbeiten solle und dass dies nicht verwerflich sei. Dabei war das Bizarre ja nicht die Diskussion über das Pro und Contra von Prostitution, sondern der Fakt, dass Fritz es total angemessen fand, einer Frau zu sagen, sie solle ihren Körper verkaufen.

Was auch immer man über Prostitution denken mag, es ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung, wenn eine Kollegin, dafür, dass sie angebaggert wird, von Wildfremden eine solche Reaktion kassiert. Das sagte ich auch Fritz, worauf er begann, mit mir zu diskutieren. Im Rückblick hätte mir klar sein sollen, dass es vergebene Mühe war. Denn mit sachlichen Argumente kommt man niemandem bei, der so etwas sagt wie: „Ach, der Lisa gefällt es doch, wenn man sie anfasst. Das macht ihr Spaß“ oder „Nutte sein ist für Frauen doch nicht schwer! Da muss man nur das Loch hinhalten!“ und „Wer ein enges Top anhat, oder ein kurzes Röckchen, will doch angefasst werden.“

Solange es Menschen gibt, die so denken, muss sich niemand wundern, dass Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, sich deswegen schämen oder gar die Schuld bei sich suchen. Daran dachte ich, als Fritz seine üblen Aussagen über Lisa machte und das machte mich sauer.

Ich wehrte mich und ich wurde dafür bestraft

Rasend vor Wut angesichts seiner Ignoranz drohte ich ihm also mit Konsequenzen: Wenn er ernsthaft sage, dass eine Frau durch ihre Kleidung sexuelle Belästigungen, oder sogar eine Vergewaltigung provoziere, dann provoziere er durch seine Worte, dass der Rest meiner Apfelschorle in seinem Gesicht landet.

Seine Reaktion: „Seid doch froh, dass es die Nutten gibt, dann können die Männer dahin gehen und vergewaltigen nicht mehr so viel.“ und „In Sachen Liebe bist du ja eh eiskalt. Sowas von prüde bist du.“ Meine Antwort: Ich schüttete ihm meine Apfelschorle mitten ins Gesicht. Daraufhin verließ er laut schimpfend das Lokal, allerdings nicht ohne zu schwören, sich dort nie wieder blicken zu lassen.

Als er aus der Tür war, blieb meine Chefin zunächst stumm. Immerhin gab sie mir zu verstehen, dass sie meinen Standpunkt verstehe. Aber dann wurde mir von ihr und ihrer Freundin untersagt, jemals wieder darüber zu sprechen. Sie hatte Angst, dass das Gerede gäbe. Was die dritte Frau am Tisch über diese Szene dachte, weiss ich bis heute nicht.
Ich kann nur hoffen, dass es ihr eine Lektion war, was das Arbeitsumfeld für ihre gerade mal 18jährige Tochter betrifft.

Das Abendgeschäft ging vorbei, ohne dass wir über den Vorfall sprachen. Bevor ich nach Hause fuhr, verabredeten meine Chefin und ich noch, dass ich in der folgenden Woche eine ganze Tagesschicht, also den Service am Mittag und am Abend, übernehmen sollte. Das entsprach ganz meinem Wunsch, denn so konnte ich die Arbeit auf einen Tag vom Wochenende legen. So konnte ich den Rest der Zeit mit meinem Freund verbringen, den ich nur an den Wochenenden sehen kann, weil wir in verschiedenen Städten studieren. Finanziell hätte dieses Arrangement auch meine Benzinkosten zur Arbeit getragen.

Man kann wohl sagen, dass ich mit dem Schütten der Apfelschorle meine angekündigten Konsequenzen ernsthafter durchgezogen hatte als Fritz, denn schon einige Tage später brach er sein Versprechen, nie wieder in das Restaurant zu kommen. Meine Chefin nahm das zum Anlass, mir am Vorabend des ausgemachten Arbeitstags eine halbe Schicht am Telefon abzusagen. Ihre Begründung: Wenn Fritz am Abend mit Ware, die sie im Restaurant verkaufen wollte, käme, wäre es besser, wenn ich nicht da wäre. Lisa würde die Schicht übernehmen.

Für mich war die Botschaft klar: Ich sollte bestraft werden. Aber warum eigentlich? So, wie es sich abgespielt hatte, war es doch eine Sache zwischen ihm und mir gewesen; warum machte sie das zu ihrem Problem? Fürchtete sie um ihre Ware? Wenn Fritz tatsächlich ein so guter Freund gewesen wäre, wie sie immer behauptet hatte, hätten beide doch zwischen dem Konflikt und der Freundschaft unterscheiden können.

Angestellte sind Freiwild für Gäste

Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich mich Fritz gegenüber professionell verhalten – solange ich gewusst hätte, dass meine Chefin mir den Rücken stärken würde. Ich suchte noch einmal das Gespräch mit ihr. Sie gab vor, mich zu verstehen, aber ich solle doch über das was Fritz gesagt habe, hinwegsehen und mich entschuldigen für meinen Wutausbruch. „Ist doch nur dummes Gerede!“, sagte sie. Ich erklärte ihr, dass ich mich aber durch seine Aussagen beleidigt und erniedrigt gefühlt hatte. Dass er ja nicht nur mich beleidigt hätte, sondern auch meine Kollegin und im Grunde auch sie. Entschuldigen würde ich mich dafür nicht, denn Leid täte es mir nicht und ich hatte es auch genauso gemeint, wie ich es gesagt hatte. Wie oft hatte er auch sie schon gekränkt und gesagt: „Dich will doch keiner mehr anfassen!“

Das bringt mich auf einen weiteren Punkt, der mir bis heute nicht einleuchten will: Versuchte ich etwas gegen die Belästigung einer jungen Kollegin zu unternehmen, war das aus meiner Sicht eine Verteidigungsmaßnahme. Aus anderer Leute Sicht, z.B. eines Fritz’ oder meiner Chefin, war es Eifersucht. Klar, ich bin eifersüchtig, dass ein widerlicher Mann nicht mich öffentlich gegen meinen Willen anfässt und anbaggert, wo das doch so ein großes Privileg ist.

Fritz hatte mit seinem Verhalten im Grunde jede Frau der Welt beleidigt und gleichzeitig allen, die sich jemals durch männliche Anmachen und Übergriffe beschämt gefühlt haben, eine verbale Ohrfeige verpasst. Ich wollte mir das nicht gefallen lassen. Meine Chefin sagte, ich mache aus einer Mücke einen Elefanten, ich hätte ja auch einfach gehen können. Aber das hatte ich die Jahre davor immer gemacht! Ich hatte versucht, jeden Dreck zu ignorieren, hatte es mit freundlichen, aber bestimmten Aufforderungen probiert und wiederholt mit meiner Chefin über die Probleme gesprochen. Gebracht hatte es nichts! Durch eine Bitte hatte Fritz nicht aufgehört, geschmacklose Witze zu machen und durch Ignorieren hat er nicht aufgehört, Frauen in zwei Kategorien, nämlich Nutte und braves Mädchen, einzuteilen. Und sicher würde ihn die Apfelschorle nicht bekehren.

„Fritz macht doch nichts, das ist doch nur dummes Gerede“, meinte meine Chefin. Stimmte nur leider auch nicht: Ich selbst hatte gesehen, wie er Lisa über die nackte Stelle am Rücken zwischen Top und Hosenbund gefasst hatte. Als ich sie darauf angesprochen hatte, hatte Lisa damals ziemlich resigniert gesagt: „Der Fritz hat mich schon ganz anders angefasst.“ Auch da hatte unsere Chefin nichts gemacht. Denn sie brauchte ihren Gast ja angeblich. Und wohl mehr als uns.

Eine andere Kollegin hatte mir einmal erzählt, dass ein anderer Gast ihr, als sie sich zum Abräumen ein Stückchen über den Tisch gebeugt hatte, Sekt über den Hintern gegossen hat. Kommentiert wurde das mit einem langgezogenen „Geil!“.

Mehr als einmal hatte unsere Chefin gemerkt, dass ihr Personal von ihren Gästen angefasst und belästigt worden war. Ihre Reaktion ging von Ignoranz bis zu einem „Musst du dich nicht wundern, so, wie du angezogen bist.“ Sie gab denen, die angegriffen wurden, die Verantwortung für das Geschehene – nie denen, die angegriffen hatten.

Ich habe gelernt, dass ich keinen Schutz erwarten darf

Es enttäuschte mich, von einer Frau so fallen gelassen zu werden. Ich wollte und will mich nicht demütigen und beschämen lassen und meine persönlichen Grenzen abgeben. Ich will nicht, dass Halbfremde über meine Sexualität spekulieren und mich prüde nennen. Schon gar nicht will ich, dass ich das alles wegstecken muss, weil ich dafür bezahlt werde, freundlich zu Gästen zu sein. Es gibt Grenzen, und wenn die überschritten werden, wehre ich mich. Vielleicht denkt meine Chefin, diese Grenzen seien überflüssig.

Ich hatte sie eigentlich immer bewundert, weil sie auf sich alleine gestellt im hinterletzten Dorf gegen alle Widerstände ihrer Nachbarn aus einer Bauernwirtschaft ein gehobenes Restaurant gemacht hatte. Nach dem Erlebnis mit Fritz war mir aber klar geworden, dass ihr Erfolg nicht durch ehrliche Durchsetzungskraft, sondern durch Anbiederung entstanden war.

Ich solle sie verstehen, hatte sie gesagt, sie lebe von dem Restaurant. Aber gerade deswegen sollte man meinen, dass sie auch um die Zufriedenheit ihrer Angestellten bemüht sein sollte. Ich war immer eine loyale Angestellte gewesen. Ich hatte ihre Betriebsgeheimnisse bewahrt, auch ihre privaten Geheimnisse, hatte auch außerhalb meiner Arbeitszeiten im Interesse des Lokals gehandelt. Hatte versucht meine Fähigkeiten so gut es möglich war, einzubringen. Doch als ich ihre Loyalität gebraucht hätte, ließ sie mich im Stich. Am Telefon sagte ich ihr schließlich, dass sie meinem Eindruck nach nicht mehr hinter mir stünde. Mein Vertrauen zu ihr war erschöpft. Ich zog die Konsequenz und kündigte.

Ich weiß nicht, was ich trauriger finden soll: Die Tatsache, dass es noch Kerle wie Fritz gibt; dass es Frauen wie meine Ex-Chefin gibt, die ihre Angestellten nicht schützen, wenn sie schon ihre eigenen Grenzen nicht verletzt sehen. Oder dass auch eine Apfelschorle im Gesicht eines solchen Typen nichts bringen wird.

Ich habe gelernt, dass ich keinen Schutz erwarten darf – oder nur den, den ich mir selbst geben kann. Trotzdem bereue ich nicht, was ich getan habe. Wegsehen bedeutet Unterstützen.

Das ist auch der Grund, warum ich mein Erlebnis hier teile. Ich glaube, was mir passiert ist, war kein Einzelfall. Für viele Studentinnen ist Kellnern ein lukrativer Nebenjob. Und viele von denen trauen sich vielleicht nicht, sich dann zu wehren, wenn sie unangemessen behandelt werden. Ich könnte die Sache nun auf sich beruhen lassen. Aber ich finde, dass das Thema so relevant ist, dass es sich mehr Leute bewusst machen sollten. Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiterinnen vor sexueller Belästigung schützen! Es ist kein Zustand, dass der Arbeitgeber meine Rechte für ein paar Euro verkauft, weil er Angst vor seinen Kunden hat. Es darf nicht sein, dass ich für die Wahrung der eigenen Rechte mit Kündigung rechnen muss.

Wir brauchen Arbeitgeber, die Verantwortung für ihr Personal übernehmen und wir müssen schon Mädchen beibringen, dass es in Ordnung ist, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren, auch wenn das „unfreundlich“ wirkt. Aber wir müssen auch Jungs und Männern beibringen, gar nicht erst übergriffig zu werden. Und nur weil irgendwann früher eine Berührung oder eine Bemerkung scheinbar geduldet war, muss das heute nicht mehr so sein. Als Kellnerin wird man zwar auch fürs Nett-Sein bezahlt, aber deswegen gebe ich meine persönlichen Grenzen ja nicht am Restauranteingang ab. Doch diese Sicht teilen wenige.

  • Susanne

    Unglaublich. Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Bin immer noch sprachlos.

  • Constanze

    ich habe füher auch bedient und kann einiges bestätigen. meine chefin stand nicht hinter mir. der kunde ist immer könig. ich bin erst zu spät auf gewerkschaften aufmerksam geworden, denn der arbeitgeber schützt arbeitnehmerinnen so gut wie nie. hier meine dringende empfehlung für die gastronomie:

    http://www.ngg.net/netzwerke_gruppen/frauen/themen/sexuelle-belaestigung/

  • Oliver

    Etwas subtiler aber qualitativ gleich widerfährt das regelmäßig auch den Mitarbeiterinnen in der GF und Vorstandsebene einer großen Elektrohandelskette.
    Ich schäme mich für meine Kollegen, sehe aber selbst keine Möglichkeit, auf gleich oder höher gestellte Kollegen effektiv einzuwirken – alles wird als belanglos abgetan bei massive Kritik wird ins Lächerliche gezogen.
    Frauen sind in der Hierarchie immer deutlich niederer …

  • Frank Linnhoff

    Auch ich habe als junger Mann vor fast 50 Jahren in einem gutbürgerlichen Restaurant gekellnert. Ich erfuhr im Gegensatz zu vielen meiner Kolleginnen keine anzüglichen, sexistischen Bemerkungen, doch erfreuten sich die Herrenmenschen am Stammtisch (das Wort Alphamännchen war noch nicht geboren) daran, mir mit Worten und Taten klar zu machen, dass jeder Kellner ein Versager ist. Eine Meinung, welche meine damalige Chefin teilte. Versager haben keinen Anspruch auf Höflichkeit und Respekt, auf Anerkennung schon gar nicht. Da ich mich selbst für ein vollwertiges und gelungenes Exemplar der menschlichen Gemeinschaft hielt, verließ ich schon nach einer Woche diesen unwirtlichen Ort. Was hat sich in den 50 Jahren zwischen meinem Erleben und demjenigen der Autorin dieses Artikels geändert? Nach meiner Lebenserfahrung grundsätzlich sehr wenig.