Gezeugt, geboren und begraben

CC BY-NC-SA 4.0 , by Nicole

Dies ist ein Beitrag aus unserer Rubrik kleinergast, in der wir alle Gastartikel veröffentlichen. Dieses Mal kommt er von Barbara.

Barbara ist Online-Journalistin und Mutter einer dreijährigen Tochter. Als stellvertretende Chefin vom Dienst kümmert sie sich bei SZ.de um alles Mögliche und leider viel zu selten um den derdiedasblog.

Blog von Barbara @vorsamer

Triggerwarnung: Im folgenden Text wird eine Fehlgeburt beschrieben.

„Ich kann den Herzschlag nicht finden“, sagt meine Frauenärztin zu mir. Ich bin im fünften Monat schwanger und kann das Baby auf dem Bild sehr gut erkennen. Kopf, Wirbelsäule, Beinchen „Dann gucken Sie halt genauer“, denke ich. Sie fährt mir noch ein paar Mal über den Bauch, sagt nichts und holt dann ihre Kollegin. Ich denke an alles Mögliche: „Gerät kaputt? Kind liegt verkehrt? Frauenärztin doof?“, aber erst nachdem die zweite Frauenärztin mir auf der Bauchdecke herumstochert und zu ihrer Kollegin sagt „Den Befund muss ich leider bestätigen“ und mir dann mit den Worten „Tut mir furchtbar leid“ die Hand gibt, dämmert mir, dass irgendwas wohl nicht in Ordnung ist.

Ich ziehe mich wieder an, wir setzen uns an den Tisch, meine Frauenärztin fängt an zu reden: „Das kommt sehr selten vor nach der 12. Woche. Am besten, Sie gehen sofort in die Frauenklinik, um die Geburt einleiten zu lassen.“

Ich spüre gar nichts. „Sie sind ja sehr gefasst.“ Ich bin überhaupt nicht gefasst, ich habe nur nichts verstanden.

Erst auf dem Weg zur Frauenklinik kommt bei mir an, was passiert ist: Mein Kind ist tot. In meinem Bauch gestorben. Einfach so.

Und jetzt soll die Geburt eingeleitet werden? Ich soll das Kind kriegen?!? Ich weine, will eine Vollnarkose, sie sollen das Kind rausholen und wegschmeißen, sofort, ich will es nicht sehen, nicht wissen, was es war, so tun, als wäre ich nie schwanger gewesen.
Das geht nicht.

Der Fötus ist schon zu groß, als dass einfach ausgeschabt werden könnte. Er hat einen Kopfumfang von fast drei Zentimetern, dafür muss sich der Muttermund öffnen.

Ich kriege also mein totes Kind. Es dauert drei Tage. Drei Tage, die mein Mann und ich in der Frauenklinik sitzen. Wir versuchen, zu verstehen, was passiert ist, aber das geht nicht. Wir langweilen uns. Die wehenauslösenden Mittel machen mir heftigen Durchfall, sonst tut sich nichts. Das Personal ist unfähig und unsensibel, fragt mich fünfmal, welche Medikamente ich nehme, manche schreiben es sogar in die Akte und fragen dann doch noch ein sechstes Mal nach. Der Dialog bei der Anmeldung: „Warum sind Sie hier?“ „Zur Einleitung.“ „Oh, will das Baby nicht rauskommen?“ „Nein, es ist tot.“ Daraufhin schnappt die Sachbearbeiterin nach Luft, als wäre ihr was Schreckliches passiert.

Wenn ich Fragen stelle, bekomme ich von jedem Arzt, jeder Schwester unterschiedliche Antworten. („Sie müssen die Medikamente alle vier Stunden nehmen.“ – „Alle zwölf Stunden.“ – „Wieso haben Sie die Medikamente denn schon wieder genommen?“)

Am dritten Abend haben wir Besuch von zwei Freundinnen und einem Freund und ich habe Bauchschmerzen. Das habe ich allerdings schon seit drei Tagen, es beunruhigt mich nicht. Ich muss ständig aufs Klo. Durchfall. Beim x-ten Toilettengang tropft plötzlich Blut. Ich stehe auf, ziehe mir die Unterhose hoch – gerade rechtzeitig, als eine einzige schmerzhafte Wehe durch meinen Körper schießt und „etwas“ aus mir herauskommt. Ich schreie. Und ziehe dann am Notfallknopf.

Nach mehreren Minuten, in denen das Blut tropft und ich es nicht wage, zu schauen, was genau da gerade aus mir herausgekommen ist, trödelt eine Krankenschwester mit Schokocroissant in der Hand herein. Was los sei? Ich schreie: „Ich habe Wehen! Ich glaube, ich habe auch schon etwas geboren!“ – „Kommen Sie mit, wir gehen in Ihr Zimmer.“ – „Gehen? Ich kann doch nicht gehen, ich blute, ich…“ Sie geht, ich schreie ihr hinterher: „Bitte sagen Sie meinen Mann, dass er zu mir kommen soll, und schicken Sie unseren Besuch nach Hause.“
Wieder nach mehreren Minuten kommt sie wieder, mit einem Kollegen. Nun verlangen beide von mir, dass ich über den Gang in mein Zimmer laufe. Ich tue es – blutend, wütend, mit meinem toten Fötus in der Unterhose und brülle die Schwester als völlig bescheuert und unfähig an. Als ich blutüberströmt und hysterisch mein Zimmer betrete, sitzen da mein Mann und unser Freund (die zwei Freundinnen sind gerade Getränke kaufen) und wissen von nichts.

Von dem Moment an kann ich nur noch weinen.

Es kümmern sich dann irgendwann auch kompetentere Menschen um mich. Eine Schwester befreit mich von meiner Hose und deren Inhalt, eine Ärztin kommt, um mich zur Ausschabung mitzunehmen. Erst hat sie es so eilig, dass sie mir nicht erlauben will, mir mein Kind noch anzuschauen. Dann aber ist eh kein Anästhesist da und die OP hat plötzlich keine Priorität mehr.
Ich habe keine Nerven übrig, um mich darüber zu ärgern oder zu wundern, denn ich habe mein Kind auf dem Schoß und weine. Ich hatte ein blutig-gruseliges Etwas erwartet, aber mein Kind sieht einfach nur aus wie ein Baby, wenn auch ein ganz ganz kleines. Es hat Ohren, Hände, Füße. Sogar Fingernägel. Ich streichle ihm die Hand. Ich weine. Wir verabschieden uns.

Als nächstes fragt mich die Ärztin, ob ich für die Ausschabung eine PDA will “oder ein bisschen schlafen”. Bisher war immer nur von Vollnarkose die Rede gewesen, nie von einer Alternative und ich bin nicht in der Lage, jetzt, nachdem ich gerade entbunden habe und ziemlich durcheinander bin, über so etwas nachzudenken und zu entscheiden. Also “bisschen schlafen”. Sie rollen mich in meinem Bett in den OP-Saal, dort warten mehrere Frauen und ein Gynäkologiestuhl auf mich. Jede zieht an einem anderen Körperteil, misst Blutdruck oder fuchtelt mit einer Maske vor meinem Gesicht herum. Ich weine vor mich hin und starre an die Decke. Glücklicherweise versucht keine, etwas mitfühlendes zu sagen, alle machen einfach nur ihren Job und schon bin ich weg.

Auch nach der Ausschabung darf ich ihn – inzwischen wissen wir, dass es ein Junge ist – noch mal sehen, aber in einem absurden Bedürfnis, pietätvoll zu sein, haben sie ihm nun eine seltsame Körperhaltung verpasst. Vorher lag er in sich zusammengekauert in der Embryonalstellung da. Nun haben sie ihn auf etwas Küchenkrepp und ein grünes Blatt gelegt und ihn dabei auf den Rücken gedreht und ausgestreckt, neben ihm liegt eine Blume. So liegt kein Baby jemals da und ein Fötus erst recht nicht. Mein Kind sieht nun aus wie ein kaputter Frosch und so will ich ihn nicht weiter anschauen.

Was ich erlebt habe, heißt Missed Abortion, verhaltene Fehlgeburt. Das Kind lebt nicht mehr, der Körper stößt es aber nicht aus. Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte er es auch ohne medikamentöse Nachhilfe irgendwann getan, manche alternativen ÄrztInnen oder Hebammen raten sogar dazu, nicht einzugreifen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Ich wollte aber keinesfalls länger als notwendig mit totem Kind im Bauch herumlaufen.

Früher (also bevor es die Möglichkeiten der modernen Medizin gab) endeten verhaltene Fehlgeburten auch mal tödlich oder die Frauen wurden unfruchtbar, weil der Körper den Fötus „absorbierte“, also in die Gebärmutter integrierte. Diese war dann „besetzt“, eine weitere Schwangerschaft unmöglich. Das ist der Grund, warum heute meistens eine Ausschabung gemacht wird. Sicherheitshalber.

Tot- oder fehlgeborene Kinder werden oft Sternenkinder genannt. Es hat jahrzehntelangen Aktivismus von betroffenen Eltern gebraucht, dass sie beerdigt werden dürfen, auch wenn sie die willkürliche Grenze von 500 Gramm noch nicht überschritten hatten. (Mehr dazu bei der Initiative Regenbogen). Mein Kind wog genau 100 Gramm. Vor 2006 wäre es Klinikmüll gewesen (in Bayern, Bestattungsrecht ist Landesrecht und unterscheidet sich daher je nach Bundesland). Seit Mitte 2013 dürfen Eltern ihre Sternenkinder sogar rückwirkend beim Standesamt melden, bekommen eine Geburtsurkunde und können die Kinder ins Familienbuch eintragen.

Inzwischen bin ich zu Hause. Wir haben unser Kind Jonathan genannt und beerdigt. Innerhalb von einer Woche ein Kind zu gebären und zu begraben ist jenseits all dessen, was ich mir je habe vorstellen können. Ich bin nicht mehr schwanger. Ich fühle mich leer. Und quäle mich mit Fragen, die mir nie jemand beantworten können wird. Habe ich zu viel Kaffee getrunken? Die Folsäure zu oft vergessen? Zu viel gearbeitet? Zu oft Ibuprofen genommen? Mich zu wenig gefreut?

Dass es keinen Grund für Schuldgefühle gibt, weiß ich. Doch davon gehen sie nicht weg.

Weitere Informationen

Auch bei Fehlgeburten gibt es ein Recht auf Hebammenbegleitung [pdf].
Sternenkinder können in Gräberfeldern, Familiengräbern, Einzelgräbern oder an Sternschnuppenbäumen im Friedwald bestattet werden.
Wie man reagieren kann und was man lieber nicht sagen sollte, wenn jemand Nahestehendes eine Fehlgeburt hatte.

  • Christine Doering

    Ergreifender und mutiger Bericht! Danke hierfür! Ich denke er wird vielen Menschen, die nicht betroffen sind, aber jemand Betroffenen im Umfeld haben, ein wenig die Augen öffnen, was das für eine Frau bedeutet. Und hoffentlich lesen auch ein paar Krankenhausmitarbeiter diesen Bericht und denken daran, wenn sie wieder so einen Fall in ihrem Krankenhaus haben.

  • archoto

    Ich war sehr bewegt, als ich das las. Danke für den Text. Meine große Schwester ist in den 60ern wenige Stunden nach der Geburt gestorben. Sie lebte immerhin noch etwas. Meine Eltern sahen sie damals nur wenige Augenblicke, doch sie gehen noch heute, nach 48 Jahren, wöchentlich zum Grab. Ich kann vermutlich nicht einmal ahnen, wie es dir geht und maße mir deswegen nicht an, zu behaupten, dass ich es könnte. Ich wünsche dir viel Kraft.

  • Pingback: Sternenkinder Köln()

  • Martin

    Ich als Papa zweier kleiner Kinder habe Tränen in den Augen… Mehr kann ich nicht sagen.

  • Daniel

    So traurig.

  • georgina

    Liebe Barbara,

    vielen Dank für deinen Beitrag! Ich weiß gar nicht was ich zu deinem persönlichen Erlebnis sagen soll, außer daß es mir wahnsinnig leid für dich tut. Ich finde es sehr bewundernswert, daß du es teilst, weil es damit auch zeigt, daß es kein Einzelfall ist.

    Mein Eindruck ist, daß generell viel zu wenig auf die Möglichkeit einer Fehlgeburt eingegangen wird – daß das häufiger vorkommt (wenngleich auch meist früher) scheint vielen gar nicht bekannt. Durch die Tabuisierung wird es dann plötzlich zum Versagen der einzelnen Frau (vgl. auch deine quälenden Fragen); als ob Leben und Tod nicht auf ne Art einfach eine Lotterie wäre, auf die man nur wenig Einfluß hat. Der Normalfall ist eben Leben und Gesundheit, da muß alles andere verdrängt werden. Deswegen gibt es wohl auch keine vernünftige Betreuung.

    Was du erzählst – über den Umgang mit deiner Situation – ist wirklich unglaublich. Aber nachdem mir ähnliches auch schon zugetragen worden ist, glaube ich sofort, daß das das keine Ausnahmesituation ist. Als ob eine Fehlgeburt nicht sowieso schon traumatisierend genug sei! Ich kann mir nicht vorstellen, daß es schwierig wäre, ein paar einfache Regeln für die Pflegerinnen und Ärztinnen zu erstellen, wie man sich in solchen Situationen zu verhalten hat und vielleicht auch angebracht, Psychologinnen zu beschäftigen, die in solchen Fällen aktiv werden und einen Teil der Betreuung übernehmen.

  • Yvonne Elzner

    Es ist so traurig das man nicht respektvoll in den schweren Momenten betreut wird !!!
    ich wuensche den eltern viel kraft fuer die kommende zeit !
    ich hoffe unsere Engelchen im Himmel werden viel freude miteinander haben , denn sie teilen sich anscheinend auch das sternenkindergrab in frankfurt

  • HP

    Hatte mich diese Woche auf dem Friedhof in die Kuscheltierecke verlaufen und bin nun völlig benommen. Was man alles aushalten können soll….

  • Ich lebe! Jetzt!

    Liebe Barbara!

    Auch wenn ich haargenau das Selbe erlebt habe (http://www.ichlebejetzt.com/in-silence), mir fehlen die Worte. Und es macht mich so wütend!

    Warum müssen so viel Frauen nicht nur den Schock, die Selbstzweifel, die Trauer und Verzweiflung aushalten, sondern auch das Unverständnis und mangelnde Sensibilität für das Thema?
    Ich wünsche Dir viel Kraft und kann Dir garantieren, daß der Schmerz irgendwann erträglich wird. Aber nie verschwindet.
    Viele Grüße
    Suse

  • Mechthild

    Ich hatte das Glück, dass meine drei Fehlgeburten nie weiter als bis zur 9. Woche gingen und ich somit nie mit einem Kind konfrontiert war, das bereits wie eines aussah. Missed Aborte hatte ich auch, ein weitere Grund für die Ausschabung ist, dass sich nekroides Gewebe bildet, das eine Infektionsgefahr darstellt. Es ist nicht jedes mal so gewesen, dass das Personal unsensibel reagiert hat, aber da spielt die Tagesform viel eine Rolle, wirklich psychologisch geschult werden ÄrztInnen und PflegerInnen nicht. Da sie aber alle auf einer gynäkologischen Abteilung arbeiten, in der so etwas nun mal oft vorkommt, sollte dies wirklich geschehen. Auch bestätigen kann ich die Tabuisierung von Fehlgeburten. Nicht nur von den betroffenen Frauen, vielmehr noch durch die ÄrztInnen. Nach der ersten Fehlgeburt ein lapidares „Das ist ganz normal! Erst nach der dritten schauen wir, ob bei Ihnen ein Problem vorliegt!“ zugeworfen zu bekommen, ist nicht hilfreich. Viele Paare denken, ein Kind bekommen, sei mit all den Hilfsmitteln wie Ovulationsstreifen etc. so simpel wie eine Pizza bestellen. Und meist sind es die Frauen, die emotional auf der Strecke bleiben und mit Vorwürfen zu kämpfen haben, wenn es nicht klappt.

  • Anna

    Es tut mir so leid, dass auch Du diese Erfahrung machen musstest.
    Ich habe vor vier Jahren unsere Zwillinge in der 17. Schwangerschaftswoche hergeben müssen. Die Schwangerschaft war damals lang ersehnt und „hart erkämpft“, und der Verlust traf mich so sehr dass ich seitdem eigentlich mein Leben immer nur in „davor“ und „danach“ unterteile.
    Kaum vorstellbar, wenn ich in der Klinik zusätzlich noch auf so unsensible Menschen getroffen wäre – bis auf eine absolut unterirdische Psychologin waren aber alle dort unglaublich fantastisch.
    Auch einen unserer Jungs haben wir Jonathan genannt. Gottes Geschenk. Das waren und sind sie beide, bis heute.
    Bestattet wurden die zwei auf einer sehr emotionalen Sammelbestattung für Fehl- und. Totgeburten, bis heute bin ich sehr dankbar dass die Stadt Bremen dieses möglich macht und wir würdevoll Abschied nehmen konnten. (Unsere einzige Möglichkeit, denn wir haben die Kinder nach der Geburt nicht zu sehen bekommen. Man wollte uns den Anblick ersparen, weil sie schon einige Tage tot waren. Bereue ich bis heute, diese Erfahrung hätte ich zur Verarbeitung dringend gebraucht.)
    Danke für Deinen Beitrag. Auch wir sind Mütter, Eltern. Und werden doch immer wieder nicht als solche gesehen. Zu merken, dass man nicht allein ist, hilft.

  • Sternenmutter

    Liebe Barbara, meine Tochter starb in der 35. SSW an akuter Plazentainsuffizienz… Auch wenn ich mit „meiner“ Klinik nicht übermäßig glücklich war, so schlimm wie bei dir war es nicht. Der erste Einleitungsversuch funktionierte und ich hatte einen tollen Anästhesisten sowie unter der Geburt einen tollen Oberarzt (der auch einige Wochen später zu einem Nachgespräch zur Verfügung stand) und eine gute Assistenzärztin; nur die Hebamme war nicht so toll.

    Es tut mir leid, dass Sie Ihren Sohn verloren haben, und so miserabel begleitet wurden. Aber ich danke Ihnen für diesen Artikel.

  • rage

    Liebe Barbara, ich weiß nicht, was ich schreiben soll.
    Außer ein dankbares Danke aus tiefstem Herzen. Ich habe vor fünf Monaten eine FehlGeburt erlebt und entdecke mich an einigen Stellen wieder. Wenngleich ich mir sicher bin, dass eine Missed Abortion in der 13.Woche was anderes ist, als im 5.Monat. Es tut mir so leid.

    Aber ich danke dir, dass du es geschrieben hast. Aufgeschrieben und öffentlich gemacht. Die Resonanz in den Kommentaren macht mir persönlich Mut.
    Ich habe damals auch beschlossen zu schreiben. Im Blog, ein Buch. Ich fand es grausam, an vielen Orten – insbesondere im KKH oder unter medizinischem Personal allein dazustehen. Dass die Trauer und das Erlebnis ein Kind zu verlieren, egal wie alt, gerade hier und in der Gesellschaft so sehr tabuisiert wird. Danke.

  • Barbara Vorsamer

    Liebe Kommentatorinnen und Kommentatoren, vielen lieben Dank für euer Mitgefühl und euer Feedback. Ich bin – hier, auf Twitter, Facebook und natürlich auch im real life – berührt von den vielen guten Wünschen und fast schockiert davon, wie viele Menschen das Thema betrifft und wie sehr es anscheinend oft tot geschwiegen wird. Jede zweite Äußerung beginnt mit „Mir ist das (oder sowas ähnliches) auch schon passiert …“. Euch allen alles Gute!

  • Schmetterling

    Liebe Barbara,

    vielen Dank für Deinen Bericht! Ich finde es wichtig, dass dieses Thema nicht totgeschwiegen wird. Diese Kinder, unsere Kinder werden viel zu oft als nicht „echt“ angesehen, als seien sie keine richtigen, geliebten Menschen gewesen. Es tut mir schrecklich leid, dass Du das erleben musstest und dabei auch so schlecht behandelt wurdest. Als meine Tochter tot geboren wurde in der 21. Schwangerschaftswoche war das ganze Klinikteam schlicht und ergreifend wundervoll zu uns. Ich hatte mein eigenes Zimmer mit meinem Mann gemeinsam, wir wurden kompetent betreut und obwohl es natürlich entsetzlich war, bin ich froh so gute ÄrztInnen und Hebammen gehabt zu haben, sodass wir bei der Geburt unserer zweiten Tochter in dieselbe Klinik gegangen sind. Dieses Kind lebt und ist gesund.
    Ich wünsche Dir alles Gute!

  • http://www.ostwestf4le.de/ Marc

    Ich habe Tränen in den Augen, während ich Deinen Text lese.

    Danke für Deinen Text, der dich viel Überwindung gekostet haben mag, aber auch viel Kraft geben kann, um die nächste Zeit zu bestehen.

    Als Vater habe ich Deine Erfahrung auch miterleben müssen; nach der Geburt unseres ersten Sohnes gab es beim zweiten Kind ebenfalls eine Fehlgeburt. Nur ein knappes Jahr später haben wir uns über unseren zweiten Sohn gefreut.

    Ich wünsche Dir und Deinem Partner alles erdenklich Gute und viel Kraft.

  • Kat Harina

    liebe Barbara,
    Ich wurde nach meiner FG zwar von sehr sensibel betreut (ausser die eine Ärztin war ein Trampel), hatte aber das „Vergnügen“, auf der Wöchnerinnenstation liegen zu müssen. Mit all den glücklichen Eltern und ihren Babys.
    http://mamahatjetztkeinezeit.wordpress.com/geschichten/erfahrungsberichte/babys-machen/

  • http://emmaikesselhut.wordpress.com Emma Ivy

    Danke für den Beitrag. Er hat mich sehr bewegt. Warum muss manches Personal so unsensibel sein? Solche Leute dürften einfach nicht mit Menschen zusammenarbeiten…

  • hannah

    liebe barbara,
    danke für diesen tollen beitrag. ich musste sehr weinen. auch in meiner familie gab es ein sternenkind und ein großteil – obwohl (oder gerade wegen???) selbst die erfahrung gemacht – reagierte mit unverständnis auf die bestattung, namensgebeung etc.
    ich bin froh für die eltern, dass es heute diese möglichkeiten zum abschiednehmen gibt.

  • faheem jaffar

    DU

    Ich habe mich so auf dich gefreut.
    Jetzt ist nur noch leere

    Du bist gegangen.
    Du bist nicht mehr da.
    Du wirst nie mehr da sein
    Nie werde ich Dein lachen sehen
    Nie werde ich Dich in mein Armen halten.
    Nie werde ich Deine ersten Schritte begleiten dürfen.

    Alles was ich dir geben kann sind meine Tränen. Mein Trauer und die quälende Frage Warum?
    Du fehlst mir.
    Obwohl man sagt .Du hättest noch gar nicht gelebt.
    Für mich warst du meine Kind bist du meine Kind

    Wie kann ich eine Sinn finden in der Sinnlosigkeit?
    Eine Leben deine Leben kündigte sich an. Um sich gleich weder so verabescheiden.
    Woher nehme ich die Kraft das anzunehmen und zu verstehen?
    Kann ich vielleicht irgendwann dankbar sein für Deine kurze Anwesenheit?

    Noch weiß es nicht
    Ich weiß nur eines
    Du bleibst weiter in meinem Herzen Ich liebe dich mein Schatz ich vermisse dich so viel mein mein ganze Leben Ich liebe dich

    mein kind auch tot geborn 9 mont 2-11-14 nür noch 4 tag ☺☺

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