„Auf der Flucht“

Screenshot , by ZDF

„Es ist Ende Dezember, kurz vor Mitternacht, ich hab’ geschlafen, als ich plötzlich diesen Krach gehört habe. Bumm. Bu-Bumm, als ob auf den Straßen geschossen wird. Ich bin hellwach, sitze aufrecht im Bett und habe Angst. Ich habe gedacht: Scheiße, ich habe es bis nach Italien geschafft und jetzt bricht hier auch ein Krieg aus!“

Heute, nach sechs Jahren in Europa, steht Faruk* auf der Straße, wenn Silvester ist und schaut sich das Geböllere aus nächster Nähe an. Er nennt es Kriegspielen und hat sich mittlerweile an den Lärm gewöhnt. Auch wenn er manchmal noch zusammenzuckt und sich mit seinen somalischen Freunden ein frohes, neues Jahr wünscht: Silvester erinnert Faruk immer auch an den echten Krieg in Somalia. „Es ist der gleiche Krach“, sagt er.

Ich habe mich mit Faruk getroffen, weil ich mit ihm die ZDF-Serie „Auf der Flucht“ schauen will. Auf Nachfrage schickt mir das ZDF einen Link, mit dem ich Folge 1 und 2 sehen kann. Faruk hat von der Serie nichts gehört, interessiert sich aber dafür. Wir treffen uns in einer kleinen WG bei somalischen Flüchtlingsfreunden, dort ist das Internet schneller als in seiner eigenen Wohnung.

In der Serie sollen sechs Menschen das nacherleben, was Faruk auf seiner Flucht durchgemacht hat. Morddrohungen, Fluchtversuch, Wüste, Prügel, Geiselnahme, Schutzgeld, Schlauchboot, Todesangst, Italien, Schweden, Deutschland, Hauptschulabschluss, mittlere Reife, Aufenthaltserlaubnis. Nach sechs Jahren Flucht darf er jetzt endlich arbeiten, wie er sagt.

Faruk ist aus Somalia geflüchtet. Mit 15 wurde er von der islamistischen al-Shabaab-Miliz angerufen. „Die kamen zu mir und haben gesagt: ‚Wir kämpfen für unsere Religion. Du bekommst Waffen, du bekommst Geld, zu essen, du hast nichts zu verlieren, wenn du stirbst, dann kommst du ins Paradies'“, so Faruk. „Ich wusste: Entweder du sagst ja oder aber du stirbst. Ich kenne meine Religion zu gut, ich gehe in die Koranschule, seitdem ich fünf bin, ich weiß, dass al-Shabaab die Religion missbraucht. Also habe ich nein gesagt und bin geflüchtet.“ Faruk wurde angesprochen, weil er Kfz-Mechaniker war, für die Miliz wäre das natürlich gut gewesen, wenn da jemand wäre, der gleich die Autos reparieren kann, wenn sie sie zu Schrott fahren. Faruks Familie blieb zurück, der damals 15-jährige war alleine unterwegs.

„Die Kritik ist durchaus fundiert!“

Die ZDF-Sendung wird kritisiert, noch bevor die erste Folge ausgestrahlt wird. Von einer Petition zur Absetzung der Serie bis hin zur detaillierten Kritik am Konzept ist alles dabei. Das ZDF reagiert über Twitter und sagt, man solle doch bitte wenigstens die erste Sendung abwarten.

„Ich fand die Kritik von Afrika Wissenschaft durchaus fundiert“, sagt Daniel Gerlach, Host der Serie, „auch die, zum Teil positiven, Kritiken etwa der Süddeutschen oder der Zeit. Da sind überall Argumente, mit denen ich mich identifizieren kann.“

Gerlach taucht hin und wieder auf in der Serie und erklärt den sechs Menschen, was auf sie zukommt. Er hat in der Sendung eine beratende Funktion: Wie entwickelt sich die Asylpolitik? Welche Routen nehmen die Flüchtlinge? Warum haben Menschen ins Lesbos gegen Flüchtlingscamps demonstriert? All das hat Gerlach beantwortet. Ursprünglich hat er auch Standup-Moderationen gemacht, also die Infos in kurzen Moderations-Stücken zusammengepackt. „Aus dramaturgischen Gründen hat man sich wohl dagegen entschieden, das zu verwenden – vorerst zumindest.“

In den ersten zehn Minuten, die Protagonisten werden vorgestellt, sagt Faruk: „Diese Menschen führen alle ein super Leben hier in Deutschland. Sie wollen verstehen, warum die Menschen geflüchtet sind. Das finde ich gut.“

Protagonisten, repräsentativ?

Mir persönlich ist zu viel dramatisierende Musik dabei, ich frage mich, warum genau diese sechs Menschen gecastet wurden. ZDFneo sagt auf Nachfrage: „Es wurden Teilnehmer gesucht, die exemplarisch die konträren Standpunkte und Haltungen zum Thema Migration zum Ausdruck bringen. Die Prominenz einzelner Teilnehmer stand dabei nicht im Vordergrund, vielmehr die Vielfalt der Meinungen und deren Entwicklung während der Reise.“

Fünf von den Protagonisten werden so eingeführt, dass ich ein Problem damit habe. Egal, ob es der Bundeswehr-Soldat ist (sinngemäß: In Deutschland erwarte ich, dass man sich an deutsche Gesetze hält), der Fan von Thilo Sarrazin oder die türkische Streetworkerin, die etwas über „Parallelgesellschaften“ erzählt.

Ich habe damit ein Problem, denn: Wenn ein Ex-Nazi sagt, dass er die NPD für zu demokratisch hielt, dann traue ich dem Publikum zu, dass es reflektiert: „Aha, das denkt also einer, der gegen Ausländer gehetzt hat und der Menschen verprügelt hat.“ Bei den anderen Menschen ist das schon schwieriger. Daniel Gerlach macht das deutlich, wenn er sagt: „Die Macher der Sendung gehen meines Erachtens davon aus, dass die Frage, wie sich die Personen entwickeln, erkenntnisleitend ist für viele Menschen in Deutschland. Das sind Figuren mit Haltungen zu Migration und Flüchtlingen, wie sie in Deutschland repräsentativ sind.“

Wenn diese Personen repräsentativ sein sollen und diese davon reden, dass man sich in Deutschland an deutsche Gesetze zu halten habe – was nur deswegen gesagt wird, weil man den Nicht-Deutschen unterstellt, sie würden sich eben nicht an diese Gesetze halten, sonst macht es ja keinen Sinn, dass es betont wird – und es hier eine „Parallelgesellschaft“ gebe, dann haben wir bei sechs Leuten maximal (!) eine Person, die bis an diesem Punkt noch keinen gefährlichen Unsinn erzählt hat und das vollkommen unkommentiert. Grundsätzlich, vor allem in Folge zwei zeigt sich das, darf der Ex-Nazi zum Beispiel vollkommen unkommentiert gegen Obdachlose hetzen; „warum die immer so pöbeln etc.“

Grundsätzlich sind hier sechs Menschen, die ohne besondere Qualifikation in einer Tour Sprüche drücken dürfen, die – eben, weil sie unkommentiert stehen gelassen werden – so schwierig sind. Das fängt an bei der Hetze gegen Obdachlose und hört vor allem nicht auf, wenn die Sprüche ins offen Rassistische abdriften.

Faruk langweilt sich – es sei denn, Flüchtlinge werden gezeigt

Faruk interessiert sich für den Ex-Nazi, er hat nicht gewusst, dass es so etwas wie Aussteiger gibt: „Der sagt, das war falsch, was er gemacht hat. Und vielleicht kennt er junge Menschen, die so drauf sind wie er damals und kann denen sagen: Hey, was ihr macht, ist falsch. Ich habe es selbst erlebt. Dass die Flüchtlinge kommen, ist eine gute Sache“, sagt Faruk.

Die sechs Menschen müssen ihren Pass abgeben – Faruk schaut gelangweilt zu. Die sechs Menschen reden miteinander – Faruk schaut gelangweilt zu. Die Protagonisten streiten sich – Faruk ist das relativ egal. Erst als eine der zwei Gruppen einen Flüchtling aus Eritrea besucht, schaut Faruk sehr genau hin. Ihm missfällt die Art, wie der Ex-Nazi Salomon Ykealo anguckt. „Das ist doch unhöflich“, sagt Faruk. „Der Mann redet mit ihm und er guckt so teilnahmslos. Der muss ihm doch durch ein Lächeln zumindest signalisieren, dass er sich dafür interessiert, was er sagt.“

„Für mich sind das Schauspieler“

Faruk sagt, was er sieht, ist ein Film. Über die Protagonisten sagt er: „Das sind für mich Schauspieler.“ Er sagt das in dem Moment, als zu sehen ist, wie die Menschen in einem Flüchtlingsboot sitzen – das kommt in der ersten Folge nicht vor, wird aber angedeutet.

Faruk sagt: „Die wissen, dass sie gerettet werden, wenn etwas schief läuft. Als ich geflüchtet bin, bin ich alleine durch die Wüste gegangen, ich wurde kurz zuvor als Geisel genommen. Ich musste in Geiselhaft durch ein Telefonat 500 Dollar Lösegeld auftreiben, mir wurde auf der Ladefläche eines LKWs, unter zwei Reihen von Menschen liegend, der Oberkörper komplett aufgewetzt und als ich den Schmerz nicht mehr ertragen konnte und geschrien habe, wurde mir mit einem Stein der Kopf blutig geschlagen. Ich wurde dann mitten in der Wüste ausgesetzt, von anfangs 30 Leuten sind nur noch sechs übrig geblieben und so kam ich bei dem Boot an und bin eingestiegen. Nach fünf Stunden hatten wir ein Leck im Boot, da kam Wasser rein. Wir wussten, wir sind noch lange unterwegs, am Ende waren es drei Tage und drei Nächte. Aber wir haben gesagt: ‚Wir fahren weiter!‘ Nach fünf Stunden! Wir haben drei Tage und drei Nächte lang das Wasser mit einem kleinen Kübel aus dem Boot geschüttet. Wir waren so verzweifelt, weil wir wussten: Wir kehren nicht zurück. Entweder wir haben Glück und schaffen es nach Europa – oder aber wir sterben hier!“

All die Stationen, die die Protagonisten durchlaufen, findet statt im behüteten Rahmen einer Filmcrew. Faruk sagt, dass diese Menschen wissen und absolut sicher sein können, dass ihnen nichts passiert. Dass sie keine Todesangst durchstehen müssen, nicht aus purer Not dazu gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Das, was sie erleben sollen, können sie nicht „erleben“, weil das ZDF natürlich dafür für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen muss – eben jene Sicherheit, die Flüchtlingen fehlt. Das ist ein Unterschied ums Ganze. So, wie das in der Serie stattfindet, ist das gut gemeint, aber ein Witz – den Faruk nicht wirklich ernst nehmen kann.

Kein Nachspielen, Nachvollziehen

Ich habe Daniel Gerlach gefragt, ob er findet, dass die Protagonisten „Flüchtling spielen“. Er sagte: „Wenn jemand in ein Flüchtlingsboot steigt, dann ist das aus meiner Sicht kein Nachspielen einer Flüchtlingsrealität, sondern ein Versuch nachzuvollziehen, was Menschen durchmachen.“ ZDFneo sieht das ähnlich. Auch hier heißt es in einer Erklärung, dass es „erklärtermaßen nicht (um das Nachspielen gehe), sondern einen Eindruck von der Situation und Verhältnissen zu vermitteln, unter denen Flüchtlinge ihr Heimatland verlassen.“ Gerlach führt das noch weiter aus: „Obwohl die Teilnehmer wissen, dass sie gerettet werden, werden sie sofort seekrank, kriegen Panik, sind verunsichert, verzweifelt und wollen nur runter von dem Boot.“

Faruk bleibt dabei. Schauspieler, sagt er und: Das ist ein Film für mich.

Als die Serie vorbei ist, ist für Faruk eine Sache unklar. „Was mich beschäftigt: „Was genau soll die Serie bezwecken? Soll sie den Flüchtlingen helfen? Dass diese Menschen zeigen, wie die Situation der Flüchtlinge ist und damit Druck auf die Politik aufgebaut wird?“ Es gebe doch so viele Bilder von den überfüllten Booten, die untergehen, Menschen, die sterben. „Warum muss man das nachspielen?“, fragt Faruk.

Gerlach würde die Frage nach dem Druck auf die Politik sofort bejahen, es ist ja bald Bundestagswahl, sagt er. Genau das sei seine Motivation gewesen, mitzumachen: „Die Frage ist doch, wie gleichgültig die deutsche Öffentlichkeit dem eigentlichen Thema gegenübersteht. Angesichts der kritischen Situation muss man da, glaube ich, aus allen Rohren schießen und das Thema auf die Agenda setzen“, sagt er.

Ich frage Gerlach, ob das nicht zu sensationalistisch ist, die Musik, die ganze Aufmachung, die Konflikte zwischen den Protagonisten, dieses Thema auf diese Weise zu präsentieren. Er sagt: „Ich kann diese Kritik absolut nachvollziehen. Aber es ist keine Rechtfertigung, dem Sender Zynismus zu unterstellen (Anm. Hakan: das wurde in anderen Artikeln so formuliert) oder eine niederträchtige Absicht zu unterstellen.“

Fokus auf die Flüchtlinge

Die Kritik an der Sendung, wenn man genau hinschaut, fokussiert sich schließlich genau auf eine Seite: Der Moderator, der so oder in so ähnlicher Weise auch bei „Promi-Dinner“ sprechen könnte, die Aufmachung der Show als Spiel, ganz allgemein, dass die Frage im Vordergrund steht, was die Situation mit Frau DuMont macht und nicht, warum die Situation für Flüchtlinge so beschissen ist.

Daniel Gerlach stimmt in diesem Punkt zu: „Ich würde mir schon wünschen, dass nicht die Innenschau der Charaktere im Mittelpunkt steht, sondern das Thema an sich. Für meinen persönlichen Geschmack stehen die Charaktere zu sehr im Vordergrund. Aber das ist, wie gesagt, ein Geschmacksurteil, das zu äußern ja jeder berechtigt ist.“

Faruk ist die Entwicklung der Charaktere egal, ebenso das Aufbauen der Beziehungen zwischen ihnen, die Stimme aus dem Off mit der dramatischen Musik, die alles kommentiert, das interessiert ihn alles nicht. Es hat ja schon seinen Grund, wieso Faruk die Sendung mehrfach als „Film§ bezeichnet und nicht als Dokumentation, nicht als Weckruf, um auf die Situation zu zeigen, mit der Flüchtlinge konfrontiert sind, wenn sie in Europa ankommen und sich als erstes gleich die Fingerkuppen wegbrennen, so wie er das auch getan hat, damit sie nicht identifizierbar sind. Faruk interessiert sich für die Flüchtlinge – darüber, wie man ihnen helfen kann.

Aber das leistet die Sendung nicht. Dafür ist sie zu sehr damit beschäftigt, zu schauen, ob sich Songül und der Ex-Nazi noch vertragen werden. Das ist leider der falsche Ansatz.

*Name geändert

 

Weitere Artikel:

Frankfurter Rundschau: Flucht vor Krieg ist kein Abenteuer
Alis Afrika-Blog: Fick Dich, ZDF!
Mädchenmannschaft: Wenn Flucht zum Abenteuerspiel für C-Promis wird

  • Pingback: Einer der besten Artikel die Du zur ZDF-Neo Sendung “Auf der Flucht” lesen wirst! | Kotzendes Einhorn()

  • Paisa

    Super Initiative! Endlich mal die Sicht von jemandem, der das selber durchgemacht hat.

  • frequenzen

    „Grundsätzlich sind hier sechs Menschen, die ohne besondere Qualifikation in einer Tour Sprüche drücken dürfen, die – eben, weil sie unkommentiert stehen gelassen werden – so schwierig sind. Das fängt an bei der Hetze gegen Obdachlose und hört vor allem nicht auf, wenn die Sprüche ins offen Rassistische abdriften.“ Das bringts auf den Punkt.
    Das Problem ist, dass sich dieser ganze Rassismus nicht von selbst entlarvt. Das Betroffenheitsgeheule führt ja leider auch nicht dazu, dass die eigene (rassistische) Position von den Protagonist_innen in Frage gestellt wird. Diejenigen, um die es eigentlich gehen sollte, dürfen dann wieder nur als Randfiguren auftreten und keinesfalls als handlungsfähige Subjekte. Das zusammen mit einem Geflüchteten zu schauen ist deshalb ein super Ansatz. Und sicher auch eine gute Vorlage um demnächst über die Protestmärsche „Refugee Struggle for Freedom“ zu berichten: http://refugeestruggle.org/en/node/33

  • Inga Line

    Vielen Dank! Ich folge der Berichterstattung und Kritik zu dieser Sendung schon ein paar Tage und dieser Text bringt alles sehr schön auf den Punkt wie ich finde. Echte Aufklärung, die Veränderung und Verbesserung bewirken soll, funktioniert anders…

  • dschouh

    Der Autor des Artikels wirft dem Format eine verfehlte Umsetzung vor und legt der ganzen Kritik eine Falschinformation zugrunde. Nach offizieller Ankündigung und O-Ton während der Sendung ging es offenbar niemals darum, dass die Protagonisten das Flüchtlingselend nacherleben sollen („In der Serie sollen sechs Menschen das nacherleben“ (…). Sondern ebne nur um das Aufzeigen der Situationen.

    Zur Kritik und der Beteiligung des Flüchtlings (die ich für sehr löblich halte), fiel mir aber sofort folgendes ein:

    Asyl in Deutschland:

    http://www.youtube.com/watch?v=d6u3I12uKlo

    Ohne Pass bist du nichts:

    http://www.youtube.com/watch?v=oP0CrWPHG3U

    Abschiebung im Morgengrauen – Die Hamburger Abschiebebehörde:

    http://www.youtube.com/watch?v=sj20-D5rYcM

    Tod nach Abschiebung – Wadim

    http://www.youtube.com/watch?v=DIigIO0Dbho

    Minderjährige Flüchtlinge in Deutschland

    http://www.youtube.com/watch?v=nrLgwoKzonA

    7 Tage … unter Flüchtlingen

    http://www.youtube.com/watch?v=b9vHapMVoUo

    Null Bock gibt’s hier nicht – Schule für junge Flüchtlinge

    http://www.youtube.com/watch?v=JqJ47a_PtXs

    Alles Dokus, die sich mit Flüchtlingen und Asylanten in Deutschland beschäftigen. ABER nur „Auf der Flucht“ hat dazu geführt hat, dass Faruk es sich gemeinsam mit dem Autor ansieht. Und es war einzig „Auf der Flucht“, dass im erweiterten Sinn eine Riesendebatte über den Umgang mit Flüchtlingen ausgelöst hat. Bis hin zur BILD berichterstattung. Das gibt mir zu denken…

    • hakantee

      Es ist keine Fehlinformation, die dem Artikel zugrundeliegt. Ich hab ja extra bei ZDFneo angefragt und ihre Stellungnahme geholt und eingebaut. Ändert aber nichts in meiner Einschätzung. Danke für die Linktipps.

    • Ali Schwarzer

      Irrtum! Die Sendung hat keine Debatte über Asyl (Situation in Deutschland, Gründe, Politik) geführt. Außerdem wurde die erste Sendung von gerade mal 60.000 Menschen geschaut, was 0,2 Prozent der Zuschauer ausmacht. „Aufklärung“ sieht anders aus.

      Außerdem kann es ja wohl nicht sein, dass die Protagonisten eine rassistische Scheiße nach der anderen raushauen, ohne das dies kommentiert wird.

  • Michael

    Schön wurde darüber geredet, kann ich zu diesem Text – leider nur zynisch – beifügen. Wäre ohne Bildblog nie drauf gestossen, doch wie der Autor habe auch ich jetzt Lust, meine Meinung kundzutun. Und der Text ist – auch wenn, oder vielleicht auch gerade weil ich die TV-Beiträge nicht gesehen habe – für mich ein Paradebeispiel nutzloser Medienkritik. Der Autor degradiert nach meinem Empfiden in feiger Weise Faruk zum simplen Alibi für seine eigene Meinung. Missbraucht Faruks eigene Erfahrungen (die ich, wie wohl alle Leser, niemals im gleichen Leid nachvollziehen kann) als billigstes Argument für den Misserfolg der Sendung. Würde die Sendung (die ich zugegebenermassen nicht kenne) dem moralischen Massstab des Autors gereht werden – so scheint es – müsste sie hilflose Flüchlinge beim Leiden, Krepieren, Scheitern und nur in den seltentensten Fällen bei bescheidenen Erfolgen dokumentieren – damit die Realität auch wirklich abgebildet ist. Nur – es wäre weitaus perverser, dieses Leiden ohne einzuschreiten auf Kaeras festzuhalten.

    • hakantee

      Erstens, ich schreibe nirgends, dass die Sendung misserfolgreich ist. Zweitens: Ich habe klar getrennt zwischen Faruks Empfinden und meiner Meinung. Überall, wo meine Meinung drin ist, wird sie als solche gekennzeichnet. Drittens: Das ist in der Tat zynisch. Darauf lohnt es sich nicht, einzugehen.

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  • spicollidriver

    „[…] dass die Frage im Vordergrund steht, was die Situation mit Frau DuMont macht und nicht, warum die Situation für Flüchtlinge so beschissen ist.“

    Wobei das, auch bei einem besseren Konzept, dennoch durchaus einen gewissen Sinn hat. Denn für viele dürfte die Identifikation mit den ausgewählten Protoganisten höher als mit den Flüchtlingen in spe sein.

    Würde man Zweitere als Protagonisten auswählen, würde die Sendung wahrscheinlich aufgrund der zu erwartenden Trivialisierung ebenfalls von vielen Seiten kritisiert werden.

    (die „großen“ Filme über den Holocaust funktionieren z.b. auch sehr darüber, daß es eben nicht „faktisch“ bleibt, sondern wir über simplen Alltag und menschliche Beziehungen eine Bindung zu den Personen aufbauen)

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